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Unabhängige Vermögensverwalter „Roboter sind keine Konkurrenten“

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Marc Zimmer: Ganz so optimistisch beurteilen wir die aktuelle Marktlage ebenfalls nicht. Die Investition in Substanzwerte wie Aktien bleibt natürlich auch bei uns langfristig die aussichtsreichste Assetklasse. Wir haben aber bereits im Oktober 2017 die Aktienquoten reduziert und in Liquidität umgeschichtet. Denn wir sind ein klassisch antizyklischer Investor: Wenn die Stimmung am Markt äußerst positiv ist und keiner mehr das Wort Risiko in den Mund nimmt, werden wir eher vorsichtig und beginnen, Gewinne zu realisieren. Die Rahmenbedingungen am Kapitalmarkt können sich sehr schnell ändern, und da gilt es, proaktiv und flexibel zu agieren.

Felix Eisel: Wir schauen vor allem auf den Einzeltitel und analysieren die individuelle Wertschöpfung von Unternehmen. Doch gibt es sicherlich einiges, was man auf der Makroebene beobachten kann. Zu nennen ist einmal die sehr geringe Volatilität, aber auch die vereinzelt starken Kurszuwächse im Smallund Mid-Cap-Bereich. Etwa bei einem Titel wie Techno Trans: Das Unternehmen ist sicherlich gut aufgestellt, aber dass die Kurse so durch die Decke gingen, kann schon ein bisschen nervös machen. Wir sind immer konstruktiv paranoid gestimmt: momentan vielleicht noch ein bisschen mehr.

Kommen für Sie auch High-Yield-Anleihen infrage?

Johannhörster: Nein, nicht mehr. High Yield ist schönfärberisch, früher sagte man auch Junk Bonds oder Ramschanleihen dazu. Wir finden, dass die eingegangenen Risiken nicht mehr adäquat entlohnt werden. So wollen wir das Geld für die Kunden weiter auf der Aktienseite verdienen.

Hauser: Auch wir sind nicht in High Yields investiert. Zusätzlich zum aktuellen Bewertungsniveau auf der Aktienseite wollen wir nicht auch noch auf der Rentenseite Risiken eingehen. Anleihen gehören für uns als Stabilitätsanker in ein ausgewogenes Portfolio – aber im Rentenbereich erwarten wir keine nennenswerten Renditen mehr.

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