Undankbar: AIG will die USA verklagen

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Der Verwaltungsrat des Versicherungskonzerns American International Group (AIG) berät darüber, ob er sich einer Klage seiner Aktionäre anschließen soll. Die Klage richtet sich gegen die US-Regierung, die den Konzern im September 2008 mit öffentlichen Geldern vor dem Bankrott gerettet hat.

Insgesamt 182 Milliarden US-Dollar bekam AIG von der amerikanischen Zentralbank Fed und dem staatlichen Rettungsfonds „Tarp“, als es im September 2008 kurz vor dem Kollaps stand. Mittlerweile hat sich der Versicherer wieder erholt und den Kredit samt Zinsen zurückgezahlt.

Doch statt Dankbarkeit für die rechtzeitige Geldspritze haben Aktionäre bereits 2011 Klage gegen den einstigen Retter eingereicht. Nun drängen sie auch die AIG-Spitze sich der Klage anzuschließen. Laut einem Bericht der „New York Times“ berät der Verwaltungsrat am heutigen Mittwoch, ob er ebenfalls klagen soll.

Die Kläger monieren eine „belastende Art der Rettung", berichtet „New York Times“ unter Berufung auf Gerichtsakten. Damit meinen sie unter anderem den Strafzins von effektiv 14 Prozent, den das Unternehmen für den Notkredit zahlte, sowie die Bedingung, dass AIG alle Verträge mit seinen Kunden einhalten musste. Darüber hinaus ist in der Akte von einem staatlichen Eingriff in privates Eigentum die Rede, der nicht ohne Entschädigung erfolgen dürfe. Als Schadensersatz fordern die Aktionäre 25 Milliarden Dollar von den USA.

Das Vorhaben des Versicherungsriesen erntet massive Kritik. Ein Fed-Sprecher bezeichnete die Vorwürfe als Anschuldigungen ohne Grundlage, da die Alternative ein Bankrott von AIG gewesen wäre. Senatorin Elizabeth Warren nannte die Klage „empörend“, Ex-Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer sieht den Vorgang als eine „Beleidigung für die Öffentlichkeit".

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