(Quelle: DAS INVESTMENT) Nick Price hat einen exquisiten Geschmack: Er liebt Platin. Vor allem mag er das teure Edelmetall, weil es immer teurer wird. „Der Platinpreis wird durch den unersättlichen Appetit der aufstrebenden Länder wie China und Indien weiter nach oben getrieben“, prophezeit der Fondsmanager. In seinem Fonds, dem Fidelity EMEA Fund, setzt er daher auch auf Platinproduzenten. Die beiden südafrikanischen Unternehmen Anglo Platinum und Impala Platinum gehören zu seinen Top-Ten-Positionen.

EMEA ist die Abkürzung für Emerging Europe, Middle East, Africa; zu deutsch: europäische Schwellenländer, Naher Osten und Afrika. Price investiert somit in eine Region, die rund 80 Länder mit einer Bevölkerung von 1,5 Milliarden Menschen umfasst. „Obwohl es sich um keine einheitliche Region handelt, sind die Gründe für eine Anlage immer wieder die gleichen“, sagt Price. Dazu zählt der Fondsmanager die wachsende Nachfrage nach Rohstoffen, steigende Konsumausgaben und den Ausbau der Infrastruktur.

Sein Anlageuniversum umfasst rund 2.000 Aktien, im Portfolio landen davon 50 bis 70. Der Hauptteil des Fonds konzentriert sich auf Russland und Südafrika, dort investiert Price rund drei Viertel des Fondsvolumens. Seine Heimat Südafrika hat Price zurzeit gegenüber seiner Benchmark, dem MSCI Emerging Markets Emea Index, übergewichtet: „In Südafrika investiere ich vor allem wegen des günstigen Rohstoffausblicks.“ Rohstoffe, vor allem Öl und Gas, sind auch für Russland und den Nahen Osten entscheidend. Der russische Gasgigant Gazprom ist denn auch seine größte Position im Fonds. Insgesamt machen Rohstoffunternehmen knapp ein Drittel des Fondsvolumens aus. „Im Nahen Osten gibt es allerdings viel mehr als Öl“, so Price. Durch massive Investitionen in die Infrastruktur wollen die Nahoststaaten ihre Abhängigkeit vom Öl reduzieren. „Lehman Brothers schätzt, dass sich in der Golfregion rund 2.000 Projekte im Bau befinden mit einem Investitionsvolumen von 1,3 Billionen US-Dollar.“

Der Fidelity EMEA Fund startete im Juni 2007, Price betreut allerdings schon seit November 2005 einen Fonds mit ähnlicher Strategie, in dem ausschließlich Firmenkapital von Fidelity steckt. Gegenüber dem Ausgabepreis lag der EMEA Fonds Mitte März noch leicht im Plus. Das Börsengewitter hat er besser überstanden als die westeuropäischen Märkte. Von Jahresanfang bis Mitte März hat er rund 12 Prozent verloren, der Euroraum-Index Euro Stoxx 50 fast 20 Prozent.

Auch vor der Zukunft hat Price keine Angst: Selbst wenn sich die US-Konjunktur abschwächt, hält er Aktien aus der EMEA-Region weiter für äußerst attraktiv. „Denn die Volkswirtschaften in der Region sollen auch künftig stärker wachsen als die Industrieländer“, sagt Price. Durch zahlreiche Börsengänge werden die Investmentchancen in der EMEA-Region immer stärker ausgeweitet. Märkte, wie zum Beispiel Saudi-Arabien, werden dereguliert und für ausländische Investoren geöffnet. Price: „Hiermit geht ein enormes Wachstum einher zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Wachstum im Rest der Welt abschwächt.“