Die Unicredit hat eine erste regulatorische Hürde zur Übernahme der Commerzbank genommen. Die italienische Bank beantragte, die Schwelle von 30 Prozent am Kapital der deutschen Bank zu überschreiten. Um das Inhaberkontrollverfahren kümmert sich die Bafin. Die Bafin teilte Ende Juli mit, dass die ihr vorliegenden Dokumente vollständig sind. Sie übermittelt ihre Einordnung und einen Vorschlag zur Entscheidung an die EZB.
Die EZB prüft jetzt die Anerkennung einer qualifizierten Beteiligung. Die europäische Zentralbank hat nun 60 Arbeitstage Zeit, um ein Urteil zu fällen. Auf maximal 80 Arbeitstage könnte die Frist verlängert werden, falls die europäische Behörde noch weitere Informationen anfordert.
Neben der EZB müssen auch die US-Notenbank und die polnische Finanzaufsicht (KNF) zustimmen. Denn die Unicredit hat Filialen in den USA und besitzt die US-amerikanische Tochter Unicredit Capital Markets. Im polnischen Geschäft ist die italienische Großbank mit der Aion Bank und dem Technologieunternehmen Vodeno vertreten. Die Commerzbank besitzt mit der M Bank ebenfalls eine polnische Tochter.
Nach dem im Juli abgeschlossenen Übernahmeangebot besitzt die Unicredit 47,59 Prozent an der Commerzbank. Das entspricht 49,65 Prozent der Stimmrechte. Zudem hält die Unicredit 11,48 Prozent über Derivate ohne Stimmrechte. 12,7 Prozent gehören weiterhin der Bundesregierung. Nachdem sich Bundeskanzler Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil bis ins zweite Quartal dieses Jahres kritisch gegenüber einer möglichen Übernahme geäußert hatten, gab Merz im Juli zu: „Wir verhindern diese Fusion nicht.“
Unicredit denkt Commerzbank-Übernahme in 5-Jahresplan mit
Die Unicredit spricht in ihrem Bericht zum zweiten Quartal 2026 bereits über die vollständige Übernahme der Commerzbank: „Das Gewinnziel für das Geschäftsjahr 2028 wurde auf deutlich über 13 Milliarden Euro angehoben, das für das Geschäftsjahr 2030 auf deutlich über 15 Milliarden Euro – jeweils vor der vollständigen Konsolidierung der Commerzbank.“
