Bei Blei, Zink und Aluminium könnten zu viele brachliegende Produktionskapazitäten schneller wieder zurückkommen, was preisdämpfend wirkt. Silber und Platin mit Preispotenzial Unter den Edelmetallen dürften diejenigen in den nächsten Monaten besonders gefragt sein, die vom Hochfahren der wirtschaftlichen Aktivitäten profitieren können. Hier stehen Silber und Platin im Fokus.

Während Gold aktuell recht teuer bewertet ist, erscheint Silber günstig. Das zeigt die Gold-Silber-Ratio. Diese liegt derzeit bei gut 100. Angemessen halten wir derzeit aber eher eine Gold-Silber-Ratio von 90 bis 95. Das heißt, dass Silber durchaus noch Potenzial hat. Silber profitiert genau wie Gold von der nach wie vor am Kapitalmarkt vorherrschenden und immer wieder aufflammenden Risikoaversion.

Silber wird aber auch industriell eingesetzt, beispielsweise bei elektronischen Produkten und zunehmend in der Photovoltaikbranche. Platin ist ebenfalls in einer Phase gefragt, in der die Wirtschaft langsam wieder anlaufen sollte. Das Edelmetall wird vor allem in der Automobilindustrie eingesetzt.

Außerdem ist das Angebot derzeit knapp, da viele Minen in Südafrika aufgrund der Coronakrise schließen mussten. Das puffert die Schwächen auf der Nachfrageseite ab. Gold bleibt spannend Doch auch Gold darf man nicht abschreiben. Es notierte zwischenzeitlich mit knapp 1.730 US-Dollar pro Unze auf einem Achtjahreshoch und liegt seit Jahresbeginn zwölf Prozent im Plus.

Das als „sicherer Hafen“ geltende Edelmetall profitierte in den vergangenen Monaten von der gestiegenen Risikoaversion. Anleger griffen verstärkt bei physischem Gold, also Barren oder Münzen, zu. Auch mit Gold unterlegte ETFs waren bei Investoren gefragt. Hier wurde eine rekordverdächtige Nachfrage von 400 Tonnen im ersten Quartal beobachtet. Entsprechend stieg der Goldpreis. Daran konnte nicht einmal die eingebrochene Schmucknachfrage in Asien rütteln.

Quelle: Union Investment

Zudem profitiert der Goldpreis von den massiven Unterstützungspaketen der Notenbanken rund um den Erdball. Das Niedrigzinsumfeld ist damit erst einmal zementiert und die Realzinsen verharren im Keller. Die Währungshüter sind gewillt, bei Bedarf noch mehr auf das Gaspedal zu treten. Der Goldpreis dürfte hierdurch unterstützt bleiben. Bis auf 1.800 US-Dollar könnte die Feinunze Gold im Jahresverlauf noch steigen.

Und nicht zu vergessen: Die Corona-Krise ist noch nicht ausgestanden. Erneute Phasen der Risikoaversion könnten dem Edelmetall Auftrieb verleihen. Das Umfeld für Metalle ist derzeit ideal – das können aktive Anleger nutzen.