Junge Frau am Laptop Foto: Pexels

Mindestens 20 Jahre Laufzeit

Union Investment schränkt Riester-Angebot ein

Wer ab dem 1. Juli bei der Union Investment eines der beiden Riester-Produkte, Uniprofirente oder Uniprofirente Select, abschließt, muss eine Mindestlaufzeit von 20 Jahren in Kauf nehmen. Das bestätigte ein Sprecher der Fondsgesellschaft auf Nachfrage von DAS INVESTMENT.

Hintergrund ist die gesetzlich vorgeschriebene 100-prozentige Beitragsgarantie. Verträge mit kürzerer Laufzeit würden sich angesichts der Garantien und der Niedrigzinsen nicht mehr rechnen, erklärte Björn Deyer, Leiter Produktmanagement von Union Investment, auf einer Online-Veranstaltung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

Damit stimmt der Union-Investment-Experte der vor kurzem geäußerten Ansicht des Versichererverbands GDV und der Deutschen Aktuarvereinigung DAV zu, dass sich die 100-prozentige Garantie bei Riester-Produkten nicht mehr lange werden halten können. (DAS INVESTMENT berichtete).

Laut einer Studie von Union Investment ist eine Garantie von 70 Prozent optimal. Denn ein Absenken der Garantie erzeugt laut Studie zunächst sehr viel und dann immer weniger zusätzliche Renditechancen. Das Risiko nimmt hingegen immer stärker zu. Bei eher hohen Kursschwankungen steigt bis zu einem Garantieniveau von rund 70 Prozent die reale Chance deutlich stärker an als das reale Risiko. Bei einer weiteren Absenkung des Garantieniveaus erhöht sich dann aber das Risiko ähnlich stark oder sogar stärker als die Chance.

Keine Überzahlungen und höherer Aktienanteil

Außerdem werden laut dem Sprecher die Einzahlungen bei Neuverträgen auf die staatlich geförderte Höchstsumme von 2.100 Euro jährlich begrenzt. Sogenannte Überzahlungen, die über diese Summe hinausgehen, bleiben nur noch bei Altverträgen erlaubt.

Eine weitere von Union Investment geplante Änderung hingegen betrifft sowohl Neu- als auch Altkunden. Denn die Fondsgesellschaft will die Aktienquote bei jungen Riester-Sparern mit einem langen Anlagehorizont erhöhen. Bisher floss die Anfangssumme komplett in Aktienfonds. Im Fall einer Umschichtung wurden dann bei Neuanzahlungen nur 10 Prozent in Aktienfonds und die restlichen 90 Prozent in Rentenfonds angelegt. Wie viel Prozent der Neuanzahlungen künftig in Aktienfonds fließen, verrät Union Investment jedoch noch nicht. „Die Details werden voraussichtlich Mitte Mai bekannt gegeben“, so der Sprecher.

Mehr zum Thema
Private Krankenversicherung (PKV)Beiträge im PKV-Standardtarif steigen ab 1. Juli Private AltersvorsorgeLebenslange Rente oder Lebensversicherung auszahlen lassen? BetriebsschließungsversicherungGastronom im hohen Norden bleibt auf Ertragsausfall sitzen