Union-Investment-Vertriebsleiter im Interview „Mit unserem eigenen Fintech testen wir neue Vertriebsmodelle im Internet“
Teil des Mifid-ll-Regulierungskomplexes ist die sogenannte Product Governance: Fondsanbieter müssen prüfen und veröffentlichen, ob und welche Produkte für welche Zielgruppen geeignet sind. Eine Definition der Zielgruppen steht noch aus; vermutlich wird man diese anhand des Vermögens und der Risikoneigung unterteilen. Was würden Sie dem Gesetzgeber an dieser Stelle raten: Was wäre eine sinnvolle Zielgruppen-Definition?
Riester: Die Zielgruppen sollten nicht zu granular definiert werden, da dies die Anlageberatung nur verkompliziert. Darüber hinaus sollte zwischen Produkten unterschieden werden, die einfach zu verstehen und somit für jedermann geeignet sind, und auf der anderen Seite denen, die kompliziert und damit nicht für jeden geeignet erscheinen.
Experten sehen die Gefahr, dass in Folge der Product Governance für kleinere, nicht interessante Zielgruppen zu wenig oder keine Produkte aufgelegt werden. Teilen Sie diese Sorge?
Riester: Nein, aus Sicht eines Vollsortimenters, der von den Kundenbedürfnissen her agiert, teilen wir diese Sorge nicht.
Vermittler müssen regelmäßig überprüfen, ob das vermittelte Produkt immer noch für die Zielgruppe geeignet ist und dürfen sich nicht auf die Angaben der Produktgeber verlassen. Vermittlern wird hier ein riesiger administrativer Aufwand vorhergesagt. Wie können Sie künftig an dieser Stelle unterstützen?
Riester: Durch den engen Austausch in der genossenschaftlichen FinanzGruppe wird sichergestellt, dass die neuen Anforderungen bestmöglich und vertriebsunterstützend implementiert werden können. Wir werden unseren Vertriebspartnern jegliche kommunikative Unterstützung und Schulungsmaßnahme bieten, um die Berater fit für die neuen Regeln zu machen.
Meistgelesen
Top-News
