Uno-Klimabericht: „Viele Gletscher könnten komplett verschwinden“

Nachdem 840 Wissenschaftler aus 38 Ländern Tausende Studien gesichtet hatten, stellte die UN am heutigen Freitag nun die Zusammenfassung ihres fünften Klimaberichts vor. Der Klimawandel ist menschengemacht, schreitet voran und wird massive Auswirkungen auf die gesamte Menschheit haben, so die Kernaussagen der 30-seitigen Zusammenfassung des rund 1.000 Seiten langen Berichts.

Der UN-Klimarat IPCC sah sich noch stärker als zuvor in seiner Meinung bestätigt, dass hauptsächlich das Kohlendioxid schuld an der Erderwärmung ist. Sie seien sich „zu 95 Prozent sicher“, erklärten die Wissenschaftler. Im vorigen Bericht lag die Sicherheit noch bei 90 Prozent.

Die natürlichen Einflüsse auf den Klimawandel halten die Forscher hingegen für sehr gering. Da das Klima sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts kaum verändert hat, schätzen sie die Wirkung der Sonnenaktivität und anderer Naturphänomene auf die Klimaerwärmung auf 0,1 bis -0,1 Grad ein. Das wäre nur ein Bruchteil der Erwärmung seit Beginn des 20. Jahrhunderts, den die Forscher gemessen haben.

So hat sich die Luft in den vergangenen 113 Jahren laut UNO-Bericht weltweit um durchschnittlich 0,9 Grad erwärmt. Auf der Nordhalbkugel dürften die vergangenen drei Jahrzehnte nach Einschätzung der Forscher zudem die wärmsten 30 Jahre seit dem Hochmittelalter gewesen sein.

Auf dünnem Eis

Durch die Erwärmung der Erdatmosphäre tauen Schnee und Eis zunehmend schneller. Wie Satellitenmessungen zeigen, hat Grönland zwischen 2002 und 2011 etwa sechsmal mehr Eismasse verloren als in den Jahren zuvor zwischen 1992 bis 2001.  

Auch der Schollenteppich auf dem Arktischen Ozean wird immer dünner. Im Sommer 2012 beispielsweise war seine Ausdehnung nur halb so groß wie Mitte des vergangenen Jahrhunderts zu dieser Jahreszeit.

Der Meeresspiegel ist seit Beginn des 20.Jahrhunderst um 20 Zentimeter gestiegen, so ein weiteres Forschungsergebnis. Und dieser Anstieg geht weiter: Je nachdem, wie viel Treibhausgas die Welt wärmt, könnte er nach wissenschaftlichen Berechnungen bis zum Ende dieses Jahrhunderts 26 bis 82 Zentimeter betragen.

Weitere gravierende Folgen des fortschreitenden Klimawandels wären laut dem UN-Bericht:
  • Eine Verschiebung von Klimazonen. In den Subtropen dürfte es dann laut Bericht häufiger Dürren und Hitzewellen  geben, während Tropen und mittlere Breitengrade wie zum Beispiel Deutschland mit mehr Starkregen rechnen müssten.
  • Versauerung der Ozeane durch CO2. Diese könnte es Algen, Muscheln und Korallen schwerer machen, ihre Kalkschalen aufzubauen. Mit ihrem Verschwinden ginge auch die Lebensgrundlage vieler größerer Meeresbewohner verloren.

  • Viele Gletscher, die derzeit als Trinkwasserressourcen dienen, könnten komplett verschwinden.

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