Im September hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) wieder einmal diverse Finanzmarktteilnehmer verwarnt und Ermittlungen eingeleitet. Besonders häufig ging es um das Versprechen exorbitanter Gewinne – die dann aber nie ausgezahlt wurden.

Auch ein angebliches Hilfsangebot für Betrugsopfer sowie eine dubiose Finanz-App weckte das Missfallen der Aufseher. Hier kommt der Überblick:

Angebliche Hilfsangebote für Betrugsopfer

Wer schon einmal auf eine Betrugsmasche hereingefallen ist, dem passiert das sicherlich nicht nochmal – so zumindest die Hoffnung der Opfer. Ein aktueller Fall zeigt jedoch, dass das nicht stimmt. Häufig ködern Kriminelle Betrugsopfer mit angeblichen Hilfsangeboten, so auch hier:

Die Finanzaufsicht warnt vor Angeboten der mtrade24-Finanzportal GmbH. Nach Erkenntnissen der Bafin bieten die Betreiber der Website mtrade24.com ohne Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen an. Sie werben laut Bafin unter anderem damit, dass Opfer finanzielle Schäden zurückgewinnen können, die ihnen in der Vergangenheit durch Geschäfte auf der Plattform privateacc211.com entstanden sind. Dafür fordern die Betrüger Geschädigte dazu auf, Einzahlungen in Kryptowährungen zu leisten. Gewinne, die angeblich aus diesen Geschäften entstehen, kommen dann jedoch nie bei den Anlegern an.

Bafin warnt vor Finanz-App

Betrüger werden immer erfinderischer, um potenzielle Opfer hinters Licht zu führen – auch die Entwicklung einer App scheint nicht mehr zu aufwendig. Nun warnt die Bafin vor der App BossaTech, die über den Google Play Store und die Website bossaapp.de heruntergeladen werden kann. Laut der Aufsicht besitzen die App-Betreiber keine Erlaubnis, um Finanzdienstleistungen anzubieten.

 

Finanzgeschäfte unter gestohlener Identität

Um zu verbergen, dass ihnen die Erlaubnis für Finanzgeschäfte fehlt, nutzen Betrüger häufig die Namen bestehender Unternehmen. Unter der geklauten Identität werden dann vermeintliche Finanzangebote unterbreitet:

So wurde die in Bad Homburg ansässigen HQ Trust GmbH jüngst Opfer eines Identitätsmissbrauches. Unbekannte bieten unter dem Namen Unique Futures Trade/ HQ Trust Trade’s über den Messenger-Dienst Telegram ohne Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen an. Konkret gehe es dabei um Investitionen in Anlagenpläne, so die Bafin. Dabei behaupten die Betrüger, als Online-Investment-Gesellschaft registriert zu sein, was jedoch nicht der Wahrheit entspreche.

Ebenfalls Opfer eines Identitätsmissbrauchs wurde die Website metamask.io, die von der ConsensSys Software Inc. betrieben wird. Unbekannte treten unter dem Namen Metamask EU auf und betreiben die Websites metamaskprox.com, coinsmetamask.com, meta-maskupx.com und ex-metamask.cc, wo sie ohne die Erlaubnis der Bafin Finanzdienstleistungen anbieten.

Ebenso die Identität gestohlen wurde der Maneris AG Vermögensverwaltung. Betrüger bieten unter dem Namen Maneris Capital auf der Website maneris.com ohne Erlaubnis der Aufsicht Finanzdienstleistungen an. Dort wird behauptet, dass auf der Plattform Forex, Indizes, Aktien, Edelmetalle und Kryptowerte gehandelt werden können. Dabei meinen die Unbekannten, eine Erlaubnis der Bafin zu haben, was aber nicht der Fall ist, stellt die Aufsicht klar.

Falsche Fest- und Tagesgeldangeboten gibt es auf der Website expo-zinsportal.de. Dabei erwecken die Betreiber den Anschein, dass es sich um eine Website der EPH Investment GmbH handele, was jedoch nicht stimmt, so die Bafin.

Auch gegen die bislang unbekannten Betreiber der Website wecounion.com hat die Finanzaufsicht Ermittlungen eingeleitet. Konkret bieten die Betreiber die Vermögensverwaltung an. Dabei handele es sich jedoch um einen Identitätsmissbrauch zulasten des Internationale Knopf-Union Trust reg., Vaduz, Liechtenstein.