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Festverzinsliche Wertpapiere Warum europäische Unternehmensanleihen ein Kernelement im Portfolio sein sollten

Promotion-Veranstaltung eines deutschen Sportfahrzeug-Herstellers
Promotion-Veranstaltung eines deutschen Sportfahrzeug-Herstellers: Bei Anleihen spielt das Markt-Timing aufgrund der festen Laufzeiten keine allzu große Rolle. | Foto: Imago Images / Manfred Segerer
Ermira Marika

1. Unternehmensanleihen und ihre Bedeutung

Investoren können es sich nicht leisten, Anleihen links liegen zu lassen, vor allem nicht die europäischen. Unseren Analysen zufolge hätte ein ausgewogener Mix aus europäischen Investment-Grade- und High-Yield-Anleihen in der Zeit nach Auflegung des europäischen High-Yield Index (2001) besser abgeschnitten als eine ebenso ausgewogene Allokation in deutschen Bundesanleihen und europäischen Aktien. Darüber hinaus war das Rendite- und Risikoprofil von Unternehmensanleiheportfolios sowohl in einem Umfeld steigender als auch fallender Zinssätze besser.

Insgesamt bieten Unternehmensanleihen bessere Sharpe Ratios – Rendite im Verhältnis zum Risiko – als die traditionelleren Anlageklassen. So boten beispielsweise europäische Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating bessere Renditen bei geringerer Volatilität als deutsche Staatsanleihen, dem „risikolosen“ Standardinstrument. Und High-Yield-Unternehmensanleihen haben bei deutlich geringerem Risiko erheblich bessere Renditen erzielt als europäische Aktien. Gleichzeitig verzeichneten Investment-Grade- und High-Yield-Anleihen deutlich geringere maximale Verluste (Drawdowns) als deutsche Bundesanleihen und europäische Aktien (Grafik 1), während Unternehmensausfälle für Aktieninvestoren verheerender sind als für Inhaber von Unternehmensanleihen.

Grafik 1: Unternehmensanleihen liefern ab. Überblick Anlageklasse 2001–23

* Durchschnittliche Rendite der 5% schlechtesten Monate im Zeitraum 2001–2023.
Quelle: Pictet Asset Management Developed Markets Credit, ICE BofA, Bloomberg.
Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.01.2001–30.11.2023.

Und im Gegensatz zu Aktienanlagen, bei denen das Markt-Timing entscheidend ist für die langfristigen Renditen, spielt es bei Anleihen aufgrund der festen Laufzeiten keine so große Rolle. Das Wirtschaftswachstum ist für die Inhaber von Unternehmensanleihen nicht so wichtig wie für Aktieninvestoren. Unternehmensanleihen werden häufig als hybride Anlageklasse betrachtet, weil sie sowohl anleihe- als auch aktienähnliche Merkmale aufweisen, aber das trifft auch auf Aktien zu, insbesondere in bestimmten Sektoren.

Kurzum: Investoren müssen die Rolle von Anleihen in ihren Portfolios überdenken – Unternehmensanleihen sollten ein Kernelement sein. 

 

2. Unternehmensanleihen im Klartext

Wenn Investoren an Unternehmensanleihen denken, haben sie in der Regel das Risiko auf dem Radar. Investment-Grade-Anleihen stehen in ihren Augen für unternehmerische Ungewissheit, während Staatsanleihen als sicher wahrgenommen werden. High-Yield-Anleihen werden oft mit einem hohen Ausfallrisiko in Verbindung gebracht, während Aktien als Chance auf Wachstum und Wertzuwachs betrachtet werden. Investoren müssen Chancen und Risiken abwägen. Es hat sich gezeigt, dass Unternehmensanleihen ein besseres Risiko-Ertrags-Profil bieten als entsprechende Aktien und Staatsanleihen.

In der Vergangenheit haben Anleihen stetige Renditen abgeworfen. Verluste der Anlageklasse waren vorübergehend und wurden stets von einer kräftigen Erholung der Performance abgelöst; dadurch wurden geduldige Investoren belohnt.

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