Unternehmensanleihen Feste Laufzeiten für nach Rendite suchende Europäer

EZB-Präsident Mario Draghi: Die Europäische Zentralbank dürfte voraussichtlich erst im Jahr 2021 mit einer Anhebung ihrer Zinsen beginnen. | © Getty Images

EZB-Präsident Mario Draghi: Die Europäische Zentralbank dürfte voraussichtlich erst im Jahr 2021 mit einer Anhebung ihrer Zinsen beginnen. Foto: Getty Images

David Zahn, Franklin Templeton

Die Suche nach Rendite stellt europäische Anleger derzeit vor ein Dilemma. Die Zinsen in der Eurozone bleiben hartnäckig niedrig. In anderen Regionen der Welt, unter anderem auch in den USA, steigen die Zinsen gegenüber ihren historischen Tiefstständen hingegen allmählich an – aufgrund der damit verbundenen Absicherungskosten kann diese Option jedoch teuer sein.

Europäische Anleger zahlen eine erhebliche Prämie, um in US-Dollar notierende Anlagen gegen Euro abzusichern. Dies kann jeglichen Renditevorteil, den US-Anlagen im Vergleich zu europäischen Assets bieten mögen, rasch zunichtemachen.

Kaum Anzeichen für eine baldige Zinswende

Jüngste Daten deuten darauf hin, dass sich das Wirtschaftswachstum in der Eurozone verlangsamt. Darüber hinaus sieht sich die Region einer Reihe politischer Belastungen ausgesetzt. So gehen wir beispielsweise davon aus, dass die Auswirkungen des Brexit auf die Region insgesamt weitreichender sein werden als viele Analysten vorhersagen. Zudem sind für Mai Europawahlen angesetzt. Es ist durchaus möglich, dass links- und rechtsextreme populistische Parteien Zugewinne erzielen.

Angesichts der konjunkturellen Eintrübung in der Eurozone ist die Wahrscheinlichkeit eines unmittelbar bevorstehenden Anstiegs der Zinsen zurückgegangen. Aber wie alle übrigen Anleger erwarten auch wir, dass die Zinsen früher oder später wieder steigen. Wir haben in diesem Zusammenhang ein Datum im Blick: Unsere Analyse legt nahe, dass die Europäische Zentralbank (EZB) voraussichtlich frühestens im Jahr 2021 mit einer Anhebung ihrer Zinsen beginnen wird. Vor diesem Hintergrund sehen wir ein neuerliches Interesse an sogenannten „Buy-and-Hold“-Strategien beziehungsweise Anlagestrategien mit fester Laufzeit.

Wie sich das Durationsrisiko begrenzen lässt

Das Wachstum hat sich in der Eurozone zuletzt zwar abgekühlt, aus unserer Sicht erscheint es jedoch weiterhin robust, und das Risiko einer Rezession innerhalb der Region bereitet uns derzeit keine Sorgen. Die Binnennachfrage sowie das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen erscheinen nach wie vor hoch.

Bezüglich eines kurzfristigen Anstiegs der Zinsen in der Eurozone sind wir zwar skeptisch, wir sind uns jedoch der Tatsache bewusst, dass die EZB früher oder später tätig werden muss.

Daher bereitet das Durationsrisiko (also die Exponierung gegenüber Veränderungen der Zinsen) vielen Anlegern weiterhin erhebliche Sorgen.

Eine Anlage mit fester Laufzeit kann dieses Risiko reduzieren. Einen Anleger, dessen Anleihen seinem Anlagehorizont entsprechend fällig werden, wird es vermutlich nicht allzu sehr interessieren, wie sich die Zinsen in der Zwischenzeit entwickeln – solange er seine Kuponzahlungen erhält.