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Ausblick für globale Kreditwerte Bei Unternehmensanleihen sind weltweit keine Bewertungsanomalien zu erkennen

Im Finanzdistrikt Manhattan, New York: Für eine Reihe von US-Banken hat Moody’s den Ausblick auf „negativ“ gesenkt.
Im Finanzdistrikt Manhattan, New York: Für eine Reihe von US-Banken hat Moody’s den Ausblick auf „negativ“ gesenkt. | Foto: Imago Images / Westend61
Brian Kloss,
Brandywine Global

Die ersten beiden Quartale 2023 waren gekennzeichnet vom Eintreten einiger erwarteter Ergebnisse und vom Entstehen einer unerwarteten Krise: Die Erwartungen, dass die Inflation abnehmen wird, haben sich generell erfüllt, auch wenn die möglicherweise deutlich schwierigere Aufgabe, die Inflation wieder auf den Zielwert der US-Notenbank zu drücken, weiterhin bestehen bleibt. Einige hatten erwartet, dass die Fed an ihrem Kurs festhalten werde, bis „etwas bricht“. Niemand hatte jedoch mit den Turbulenzen im Bankensektor und den Kollateralschäden für US-Regionalbanken gerechnet, die ausgelöst wurden. Der Arbeitsmarkt hat sich unterdessen als unerwartet robust erwiesen.

Inmitten des Auf und Ab des ersten Halbjahres beendeten die globalen Märkte für Unternehmensanleihen, gemessen am Bloomberg Global Corporate Credit Index, das erste Halbjahr mit einer durchaus passablen Rendite von 2,83 Prozent. Industriewerte und Versorgungsunternehmen waren die stärksten Indexsektoren, sie lieferten Renditen von 2,99 beziehungsweise 2,89 Prozent. Selbst Finanzwerte konnten mit einer respektablen Rendite von 2,61 Prozent aufwarten, trotz der Belastung durch die US-Bankenkrise und die Übernahme der Credit Suisse durch UBS. Der Global Aggregate Corporate Option Adjusted Spread (OAS) tendiert seit Jahresbeginn im Wesentlichen unverändert (Stand aller Daten: 12. Juni 2023).

 

Was müssen Anleger in Bezug auf globale Unternehmensanleihen für die nächsten sechs Monate und den Jahresbeginn 2024 wissen?

Normalisierung ist bei globalen Unternehmensanleihen nach wie vor auf absehbare Zeit das beherrschende Thema. Die Pandemie und die geld- und fiskalpolitischen Reaktionen haben das Wissen der Anleger rund um Konjunkturzyklen erheblich auf den Kopf gestellt. Es wird einige Zeit dauern, bis die Maßnahmen wieder abgewickelt sind und sich die Lage wieder normalisiert. Diese Anpassungen können nicht über Nacht vorgenommen werden, und es wird zu einigen Turbulenzen und Herausforderungen kommen – aber hoffentlich wird man aus den Geschehnissen auch Lehren ziehen und neue Ideen entwickeln, die die bestehenden Geschäftspraktiken erweitern.

Die Inflation bleibt für die globalen Zentralbanken das alles beherrschende Thema, und die Auswirkungen ihrer geldpolitischen Reaktionen müssen erst noch in vollem Umfang zutage treten. CEOs und COOs spüren den Druck steigender Zinsen und sind nach wie vor mit den Herausforderungen durch die Lage am Arbeitsmarkt konfrontiert. Gleichzeitig verzeichnen sie dafür jedoch auch an anderer Front eine gewisse Entspannung, denn die Inflation geht zurück und die Lieferketten normalisieren sich.

Genau wie die Managementteams von Unternehmen müssen auch Anleger in einer globalen Welt das globale Bild im Blick haben. Chinas Konjunkturerholung verläuft im Vergleich zu früheren Erholungsphasen bisher schleppend. Wir gehen davon aus, dass jegliche politische Reaktion Chinas stärker auf das inländische Wachstum abzielen und sich fokussieren wird, beispielsweise auf den Dienstleistungssektor. Eine breit abgestützte Reaktion der Politik, die das weltweite Wachstum, also Rohstoffe, unterstützen würde, halten wir für weniger wahrscheinlich. Chinas schwache Konjunkturerholung könnte also die Rohstoffnachfrage dämpfen, ein wichtiger ausgleichender Faktor ist jedoch der ökologische Wandel in der Weltwirtschaft. Dadurch dürften wichtige Ausgangsstoffe wie Kupfer weiterhin Unterstützung finden.

Was den Westen angeht, so hat der Krieg in der Ukraine nach wie vor Auswirkungen auf die Erholung Europas. Die Managementteams von Unternehmen müssen daher eine holprige Erholungsphase meistern, dies zeigt sich an den belasteten G20-Frühindikatoren (Grafik 1).

Grafik 1: Konjunkturelle Frühindikatoren zeigen holprige Erholung

Indexanstieg/Indexrückgang gegenüber dem Vormonat (links), Monatsvergleich in Prozent (rechts), Stand: Stand: 31. Mai 2023.

Für Brandywine Global sind die oben dargelegten Punkte nur ein Teil der Gleichung. Die anderen Teile sind Bewertung und Timing. Was preisen die Märkte vor dem Hintergrund der oben dargelegten Punkte in die Spreads von Unternehmensanleihen gegenüber einer Schätzung des Substanzwerts einer Unternehmensanleihe ein? Bewertungsmodelle liefern widersprüchliche Antworten. Einige Modelle zeigen Unternehmensanleihen als „günstig bewertet“ an, bei anderen Modellen sind Unternehmensanleihen „teuer bewertet“. Unseres Erachtens gibt es weltweit keine wirkliche Bewertungsanomalie bei Unternehmensanleihen, die einzige Ausnahme sind möglicherweise US-Regionalbanken (Grafik 2).

Grafik 2: Vergleich der Spreads zeigt keine Bewertungsanomalien bei globalen Unternehmensanleihen

Basispunkte, Optionsbereinigte Spreads (OAS), Spanne 25.–75. Perzentil und aktueller Spread, Stand: 31. Mai 2023.

Verbindet man die Bewertungen mit makroökonomischen Daten, dann sieht man in der folgenden Grafik, dass Vorsicht angebracht ist (Grafik 3). Der Zeitpunkt einer möglichen Rezession – oder sogar der Abwendung einer solchen – bleibt unklar. Unsere Analysen zeigen, dass Umsicht gefordert ist. Wir bleiben bei unserem Engagement in Investment-Grade- und Hochzinsanleihen mit kurzer Duration; eine konservative Haltung angesichts der unsicheren Aussichten. Bis größere Klarheit herrscht, werden wir defensiv bleiben und zusätzliche Risiken auf individueller, einzeltitelspezifischer Basis eingehen, wenn sich Möglichkeiten abzeichnen.

Grafik 3: Investment-Grade-Anleihen USA, OAS und Rezessionsindikator*

Stand: 15. Juni 2023.

* Basierend auf 16 Komponenten, darunter Zinssätze, Hochzinsspreads, Geschäftsklima und Aktivität, Unternehmensgewinne, Eigenkapital und Bauholzpreise. Grau schattiert: Indikator ist negativ. Blaugrün schattiert: US-Rezessionen.


Dies ist eine Marketingmitteilung. Bitte lesen Sie vor jeder abschließenden Anlageentscheidung den Verkaufsprospekt des OGAW und das Basisinformationsblatt (BiB). Alle Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des Kapitals.

 

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