Unternehmensanleihen sicherer als Staatspapiere

Mittlerweile gelten für immer mehr Investoren die Anleihen internationaler Großunternehmen als sicherere Alternative. Entsprechend mager sind aber mittlerweile die Renditen.  Gerade noch 2,8 Prozent wirft eine Anleihe der spanischen Telefonica mit Fälligkeit im Februar 2014 ab. Bei einer Spanien-Anleihe mit gleicher Fälligkeit gibt es dagegen über 3 Prozent. Noch krasser sieht es in Griechenland aus: Eine Staatsanleihe mit Fälligkeit im Januar 2014 bringt gut 13 Prozent. Eine von der griechischen Coca-Cola-Tochter Coca Cola Hellenic Bottling wirft dagegen nur 3 Prozent ab. Anleger vertrauen Dax-Konzernen In Deutschland werfen Anleihen großer Dax-Konzerne ebenfalls weniger als 3 Prozent Rendite ab. Ganz offensichtlich sind Anleger also davon überzeugt, dass große Konzerne ihre Schulden mit fast ebenso großer Sicherheit bedienen werden wie Deutschland selbst. Weit zuverlässiger als die europäischen Krisenstaaten allemal. Trotz der mittlerweile geringen Renditen halten Experten Unternehmensanleihen solider Firmen mit Investment-Grade-Rating für nach wie vor interessant. Gegenüber Bundesanleihen bieten sie immerhin noch einen Aufschlag von durchschnittlich 1,3 Prozentpunkten. Das ist immerhin ein kleines Plus im Niedrigzinsumfeld. Klar ist aber, dass die Boomjahre mit teilweise zweistelligen Renditen vorerst vorbei sind. „Die guten Erträge der vergangenen Jahre werden Unternehmensanleihen nicht mehr bringen“, sagt Sven Kreitmair, Anleihe-Experte bei der Großbank Unicredit.

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