Eine Sanierungspflicht von Wohnimmobilien könnte neben dem Ausbau von erneuerbaren Energien ein weiterer Schritt in Richtung Energiewende sein – und bald Millionen von Wohnimmobilien in Deutschland betreffen. Wie sich das auf die Immobilienpreise auswirkt, untersuchte das Immobilienunternehmen Von Poll Immobilien. Die Analysten verglichen dafür die durchschnittlichen Quadratmeterpreise aus dem ersten Quartal 2023 mit denen aus dem Vorjahr für die unterschiedlichen Energieeffizienzklassen.
„In sieben der acht analysierten Metropolen sind die Preise bei sanierungspflichtigen Immobilien beziehungsweise bei Immobilien mit einem niedrigen Energiewert zwischen E und H im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal stärker gefallen als bei Wohnimmobilien mit einem höheren Energiewert zwischen A und D“, sagt Daniel Ritter, geschäftsführender Gesellschafter bei Von Poll Immobilien.
In der bayrischen Hauptstadt fielen die Kaufpreise bei Eigentumswohnungen und Häusern, die bis 2033 saniert werden müssten – Energieklasse zwischen E und H – mit einem Minus von 12,1 Prozent am stärksten. Immobilien mit einem Energieeffizienzwert zwischen A und D verzeichneten dagegen einen Preisrückgang von minus 8,7 Prozent.
„Wir raten sowohl Immobilienverkäufern als auch Kaufinteressenten, bereits im Vorfeld Angebote für anstehende Sanierungskosten einzuholen, um den finanziellen Umfang besser abschätzen zu können“, rät Volker Stich, Geschäftsstellenleiter bei Von Poll Immobilien.
Den geringsten Preisverfall verzeichneten Immobilienpreise in Köln. Wohnimmobilien mit einer Energieklasse zwischen E und H verloren 4,7 Prozent an Wert. Auch beim Immobilienangebot mit einer hohen Energiebewertung zwischen A und D sanken die Kaufpreise nur um minus 1,6 Prozent.
Ausnahme in der Analyse bildete Berlin: In der Hauptstadt stiegen die Immobilienpreise weiter, wenn auch nur leicht. Während sich im ersten Quartal 2023 die Quadratmeterpreise sanierungspflichtiger Häuser und Eigentumswohnungen um durchschnittlich 0,7 Prozent nur ein wenig erhöhten, stiegen die Immobilienpreise bei Gebäuden mit einer Energieeffizienz zwischen A und D um 2,2 Prozent.
Über die Analyse:
Die Datengrundlage der Kaufpreisanalyse nach Energieklassen bei Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäusern in den acht A-Städten München, Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Stuttgart und Leipzig basiert auf den durchschnittlichen Angebotspreisen von Geo Map für das erste Quartal 2023 und das erste Quartal 2022 sowie Anpassungen durch Von Poll Immobilien Research (2023).
| Tendenz in Prozent | Q1 2023/ Durchschnittlicher Kaufpreis pro Quadratmeter | Q1 2022/ Durchschnittlicher Kaufpreis pro Quadratmeter | |
| Energieklassen E bis H | 0,7 | 5.126 Euro | 5.088 Euro |
| Energieklassen A bis D | 2,2 | 5.665 Euro | 5.545 Euro |
