Unzufriedenheit und Torschlusspanik: Mehr Beschwerden über Banken

Die Zahl der Beschwerden, die enttäuschte Bankkunden beim zuständigen Ombudsmann einreichten, ist 2011 stark gestiegen. 8.268 Mal meldeten sich Bundesbürger, die sich von ihrem Bankberater über den Tisch gezogen fühlten. In den Jahren 2009 und 2010 mussten sich Ombudsleute nur um jeweils rund 6.500 Fälle kümmern. Das teilte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) mit.

Vor allem die Anlageberatung machte es den Bankkunden im vergangenen Jahr zu schaffen: Mehr als die Hälfte aller Beschwerden (55,4 Prozent) bezogen sich auf Empfehlungen zu Wertpapiergeschäften. Die meisten enttäuschten Anleger warfen ihrem Berater vor, das Risiko einer Anlage heruntergespielt oder ihre Risikobereitschaft zu hoch eingeschätzt zu haben.

Doch die vermeintlich oder tatsächlich schlechte Beratung ist laut BdB nicht der einzige Grund für den Beschwerden-Ansturm. Auch das Auslaufen einer gesetzlichen Übergangsregelung, der zufolge viele Schadenersatzansprüche spätestens am 31. Dezember 2011 verjährten, trug dazu bei. So sollen vor allem Rechtsanwälte noch in letzter Minute Beschwerde für ihre Mandanten beim Ombudsmann eingelegt haben, um so die Verjährung von Ansprüchen abzuwenden und Zeit zu gewinnen.

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