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US-Aktien Der US-Bullenmarkt könnte sich 2019 fortsetzen

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Die drei großen Risiken: Handel, Inflation und Zinsen

Importzölle und Handelsbeschränkungen machen weiterhin Schlagzeilen und stellen derzeit die wohl größte Unsicherheit für die Märkte dar – mit möglicherweise erheblichen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum.

Wir wollen Gefährdungen nicht herunterspielen, sind aber der Ansicht, dass die Handelsspannungen aus Sicht der US-Politik betrachtet werden müssen: Ein Handelsstreit kann ein Mittel zum Zweck sein, um bei einer bestimmten Wählergruppe politisch zu punkten. Wir halten das Risiko eines ausgewachsenen Handelskriegs oder einer ernsthaften Zerrüttung des Handelssystems, das den Anstieg des weltweiten Wohlstands seit Ende des Zweiten Weltkriegs ermöglicht hat, für gering.

Die zweite Herausforderung betrifft die Inflation. Da sich das Wirtschaftswachstum in den USA in diesem Jahr beschleunigt hat, beobachten wir eine leichte Preisbelebung. Dies hat die US-Notenbank (Federal Reserve, Fed) dazu veranlasst, eine restriktivere Position zu beziehen. Angesichts der wirtschaftlichen Stärke des Landes scheint der Markt mit dem Tempo der Zinserhöhungen derzeit keine Probleme zu haben. Allerdings kommen hier und da Sorgen auf, die Fed könne womöglich über ihr Ziel hinausschießen – insbesondere, wenn sich das Wachstum 2019 abschwächen sollte.

Eine dritte Herausforderung ist eher politischer Natur und bezieht sich auf die Mid-Term-Wahlen in den USA. Wahlen bringen immer ein gewisses Maß an Unsicherheit und Volatilität mit sich, da der Markt auf eine potenzielle Veränderung der politischen und aufsichtsrechtlichen Landschaft reagieren muss. Die Mid-Term-Wahlen in den USA werden in den Medien zwar heiß diskutiert. Aus unserer Sicht würde ein Wechsel hin zu einem stärker geteilten Kongress jedoch keine enormen fundamentalen Auswirkungen auf die Wirtschaft oder die breitere Investment-Landschaft haben. Das seit Ende 2016 vorherrschende wirtschaftsfreundliche Umfeld würde sich aller Wahrscheinlichkeit nach fortsetzen.

Bewertungen des S&P 500 erscheinen angemessen

Der S&P 500 Index wird derzeit etwa zum 16,5-Fachen des im kommenden Jahr erwarteten Gewinns gehandelt. Dies entspricht in etwa dem Fünf-Jahres-Durchschnitt und liegt knapp über dem Zehn-Jahres-Durchschnitt, der auch die Tiefen der Finanzkrise abdeckt.

Die Bewertungen sind 2018 zurückgegangen. Auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) ist der US-Markt daher heute günstiger als zum Ende des Jahres 2017. Dies lässt sich teilweise durch das 2018 verzeichnete schnelle Gewinnwachstum der Unternehmen erklären. Allerdings spiegeln die sinkenden Bewertungen auch die Zunahme der vom Markt eingepreisten Risiken wider. Alles in allem erscheinen uns die Bewertungen am US-Aktienmarkt zum derzeitigen Niveau angemessen: Sie reflektieren die starke Wirtschaft und das ausgezeichnete Umfeld für Unternehmensgewinne bei Berücksichtigung der Handelsrisiken und steigender Zinsen.

Insbesondere im Technologiesektor gibt es einzelne Bereiche, in denen die Bewertungen so hoch erscheinen, dass sie immer wieder Schlagzeilen machen. Betrachten wir Technologiewerte jedoch insgesamt, so werden sie zu einem leichten KGV-Aufschlag zum Gesamtmarkt von 18,6 gegenüber 16,5 für den S&P 500 gehandelt.

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