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Lieferant in New York City: Die Verlangsamung der US-Konjunktur hinterlässt im Arbeitsmarkt noch keine großen Spuren. Im Juli lag die US-Arbeitslosenquote bei 3,7 Prozent. | © Getty Images

US-Aktien Die Volatilität ist mehr Chance als Risiko

Grant Bowers, Franklin Equity Group

Stetige Gewinnwarnungen, ein unklarer Ausgang im Handelsstreit, dazu eine überraschend geänderte Fed-Politik: Im Sommer 2019 hatten Aktienanleger, die in den USA investiert sind, mit einer ganzen Reihe marktbewegender Schlagzeilen zu kämpfen. Zu allem Überfluss nahm die Zinsstruktur von US-Staatsanleihen kürzlich eine inverse Form an, was Marktbeobachter zu der Annahme verleitete, in den USA stünde eine Rezession bevor. Aus unserer Sicht wird die Debatte darüber, wo wir uns im Konjunkturzyklus befinden und wann ein Abschwung oder eine Rezession kommt, US-Aktien bis Ende dieses Jahres beeinflussen.

Das Eigenleben des US-Bullenmarktes

In den vergangenen Wochen und Monaten ist viel über den längsten Bullenmarkt in der US-Börsengeschichte geschrieben worden. Allerdings kann es nicht immer nur bergauf gehen. Bleibt die Frage: Steuert der Bullenmarkt seinem Ende entgegen? Unserer Einschätzung nach tut er das. Allerdings hat die Geschichte gezeigt, dass Bullenmärkte nicht an Altersschwäche allein sterben. Vielmehr endeten sie in der Vergangenheit aufgrund folgender Probleme:

  • rasch steigende Inflation oder Zinssätze,
  • spekulative Exzesse oder Bildung von Blasen, oder
  • geopolitische Schocks, die die Nachfrage beeinflussen.

Der aktuelle Bullenmarkt bei US-Aktien währt bereits seit mehr als einem Jahrzehnt, was im historischen Vergleich lang ist. Dennoch: Verglichen mit früheren Phasen wirtschaftlicher Expansion war seine Entwicklung geradezu flach und auffallend langsam. Dieses gemächlichere Wachstum ist auf die Schwere der globalen Finanzkrise vor einem Jahrzehnt zurückzuführen. Unseres Erachtens hat dabei auch das darauffolgende, von geringer Inflation und niedrigen Zinsen geprägte Umfeld eine Rolle gespielt.

In Anbetracht der moderaten Wachstumsrate dieser Erholung in den vergangenen zehn Jahren war es für uns nicht überraschend, dass die Hausse länger angehalten hatte, als von vielen Marktbeobachtern erwartet. Ebenso wenig überraschte es uns, dass das Ausmaß an Exzessen, die in der Regel in der Spätphase eines Zyklus auftreten, bislang ausgeblieben ist.

Digitaler Wandel bleibt für Anleger chancenreich

Aus unserer Sicht ist der breit angelegte digitale Wandel auf allen Ebenen – seien es Verbraucher, Unternehmen und Staaten – der größte Wachstumstreiber für die US- und die Weltwirtschaft. Insbesondere Unternehmen, die der digitalen Welt aufgeschlossen gegenüberstehen, ihr Geschäft ausbauen, Kosten senken und sich mit den Kunden vernetzen, werden ihre Wettbewerbsfähigkeit am globalen Markt auch künftig behaupten. Darum sind wir überzeugt, dass die Digitalisierung auch in den kommenden Jahren ein Bereich für chancenreiche Investments sein wird – trotz der späten Phase des Konjunkturzyklus.

Was vor wenigen Jahren im Technologiesektor seinen Anfang nahm, greift nun kontinuierlich auf die breiteren Märkte über. Immer mehr Unternehmen verstehen, dass sie sich zügig der Welt der Daten zuwenden müssen, um nicht abgehängt zu werden. Seit mehreren Jahren ist die digitale Transformation etwa in den Sektoren Medien und Einzelhandel ein bedeutendes Thema. In jüngster Zeit beobachten wir in den Sektoren Verkehr, Bildung, Gesundheit und Finanzdienstleistungen die gleiche Entwicklung.

Aus diesem Grund konzentrieren wir uns auf die disruptiven Bereiche der Technologie, beispielsweise die Sektoren Telekommunikation, Halbleiter, Internet sowie Software- und IT-Dienstleister. Denn Unternehmen dieser Sektoren sind häufig die Treiber, die den digitalen Wandel quer durch alle Branchen ermöglichen.

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