Unumstößliche Regeln drosseln das Tempo von Veränderungen im Welthandel und an den Kapitalmärkten. Längerfristig ist ungewiss, in welche Richtung sich die Weltwirtschaft entwickeln wird, wenn Makro-Fixpunkte verloren gehen. Aus diesem Grund investieren wir vorerst im Hier und Jetzt – und konzentrieren uns stärker auf unseren taktischen Anlagehorizont von sechs bis zwölf Monaten. Dies ist auch der Grund, warum wir risikobereit und in US-Aktien übergewichtet bleiben.

Darüber hinaus sind wir darauf eingestellt, unsere Allokationen bei scharfen Marktausschlägen anzupassen, etwa wenn wir denken, dass die Märkte auf kurzfristige Nachrichten überreagieren und große, schnelle Veränderungen der globalen Ordnung einpreisen.

 

Aussicht auf anhaltend stabile Unternehmensgewinne in den USA

Seit 2000 gab es viele Phasen, in denen europäische Aktien besser abschnitten als US-Aktien. Diese sind aber inzwischen seltener geworden, wie die schattierten Bereiche in der Grafik zeigen.

Grafik: Begrenzte Kursrückschläge

Verhältnis der Aktienrenditen in Europa und den USA, 2001-2025

Was die Grafik zeigt: In den letzten Jahrzehnten haben sich Aktien aus Europa mehrmals besser entwickelt als ihre US-Pendants. Dies löste jedoch nie Zweifel an der Outperformance oder der Rolle von US-Vermögenswerten aus. Das ist in diesem Jahr anders.

Die Angaben beziehen sich auf die Wertentwicklung in der Vergangenheit, die kein verlässlicher Indikator für aktuelle oder zukünftige Ergebnisse ist. Bei Indexrenditen werden weder Managementgebühren noch Transaktionskosten oder sonstige Ausgaben berücksichtigt. Indizes werden nicht aktiv gemanagt, und Direktanlagen in einen Index sind nicht möglich. Quelle: BlackRock Investment Institute mit Daten von LSEG Datastream, Juli 2025. Anmerkung: Die Grafik zeigt das Verhältnis der Gesamtrenditen des Stoxx 600 gegenüber dem S&P 500 in Lokalwährungen. Die schattierten Bereiche heben die Zeiträume hervor, in denen der Stoxx 600 den S&P 500 über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten um mehr als 5 Prozent übertraf.

Dabei lösten diese Rallys europäischer Aktien nie Zweifel an der Rolle von US-Vermögenswerten aus, wie wir es im laufenden Jahr gesehen haben. Das aktuelle Wirtschaftsumfeld spricht unserer Einschätzung nach weiter für eine Outperformance der USA. Und selbst wenn das US-Wachstum durch den Zollstreit und zurückhaltende Unternehmen gebremst werden sollte, sehen wir Potenzial für weiterhin solide Gewinne bei US-Unternehmen.

USA im Vorteil – gegenüber Europa bleiben wir zurückhaltend

Was also könnte uns zu einer Änderung dieser Präferenz veranlassen? Ein Europa, das beherztere Strukturreformen ansteuert. Derzeit sehen wir nicht, dass Europa die USA beim Wachstum überflügelt, zumal sein Wachstum von den USA abhängig ist. Auch bei den Gewinnmargen und der Eigenkapitalrendite haben die USA die Nase vorn, was höhere Bewertungen rechtfertigt. Deshalb ist der jüngsten Outperformance europäischer Aktien schon wieder die Luft ausgegangen. Ein steiler Anstieg der erwarteten Leitzinsen würde unsere positive Einschätzung in Frage stellen, aber die Märkte spiegeln bereits die von uns erwarteten länger höheren Zinsen wider. Und dass Anleger eine höhere Laufzeitprämie bei Staatsanleihen verlangen, macht Aktien und Unternehmensanleihen im Vergleich attraktiver.

Worauf setzen wir bei europäischen Aktien?

Bei europäischen Aktien gehen wir weiter selektiv vor und bevorzugen z. B. den Finanzsektor. Staats- und Unternehmensanleihen aus der Eurozone geben wir den Vorzug vor ihren US-Pendants. Ein möglicher weiterer Rückgang des US-Dollars und die besseren Wachstumsaussichten der Schwellenländer machen deren Lokalwährungsanleihen interessanter zur Diversifizierung von Portfolios.

Was bedeutet das für Anleger?

  • Die kurzfristigen Entwicklungen sind klarer als die langfristigen, was die übliche Investmentlogik auf den Kopf stellt. Wir legen daher mehr Gewicht auf unsere taktischen Einschätzungen.
  • Wir sind insgesamt risikobereit, bleiben bei US-Aktien übergewichtet und sehen eine Fülle von Alpha-Chancen.

 

  • Vertiefende Informationen zum BlackRock-Ausblick zur Jahresmitte 2025 finden Sie hier.