Die Handelsgespräche zwischen den USA und China am Wochenende vom 10./11. Mai haben ein sehr positives Ergebnis erbracht. Während man mit einigen Fortschritten gerechnet hatte, hat die deutliche Senkung der Zölle zwischen den beiden Ländern – wenn auch zunächst nur für 90 Tage – positiv überrascht. Die US-Zölle auf chinesische Importe werden von 145 auf 30 Prozent sinken, während die chinesischen Zölle auf US-Importe von 125 auf 10 Prozent fallen werden.

 

Angesichts der Befürchtungen, dass sich die seit Anfang April geltenden Strafzölle negativ auf die US-Wirtschaftsdaten auswirken könnten, hatte US-Finanzminister Scott Bessent bereits eingeräumt, dass

die Situation unhaltbar sei. Das Ausmaß an Pragmatismus und die Erklärung vom Montag, 12. Mai, dass „keine der beiden Seiten eine Entkopplung will“, machen deutlich, wie sehr die beiden globalen Wirtschaftssupermächte weiterhin miteinander verflochten sind.

Die jüngsten Entwicklungen – darunter auch die Einigung mit dem Vereinigten Königreich – zeigen, dass die Zölle grundsätzlich bestehen bleiben. Allerdings wurden sie nun auf ein Niveau gesenkt, das Präsident Trump politisch nutzen kann: Er kann geltend machen, dass er Maßnahmen gegen das US-Handelsdefizit ergriffen hat und die heimische Produktion stärkt. Gleichzeitig beeinträchtigen die Zölle Länder, die offen für Zusammenarbeit sind und bereit, mit den USA über eine weitere Reduzierung zu verhandeln, wirtschaftlich nicht stark. Und da die Zölle nur vorübergehend in Kraft waren, dürfte der wirtschaftliche Schaden insgesamt begrenzt bleiben.

Auch wenn es zwangsläufig weiterhin Unsicherheiten geben wird, sind die Vereinbarungen zwischen den USA und China ein sehr positiver Schritt. Beide Seiten erkennen an, dass ein Handelskrieg keinem der beiden Länder nützen würde. Wir beobachten folglich eine starke Erholung bei Risikoanlagen und rechnen mit einer weiteren Erholung der Risikobereitschaft, während die Marktteilnehmer das Potenzial für weitere Handelsabkommen mit anderen Ländern in den kommenden Wochen bewerten.

Das Umfeld bleibt jedoch schnelllebig. Columbia Threadneedle Investments wird die Entwicklungen aufmerksam verfolgen und in den kommenden Wochen und Monaten weitere Einschätzungen liefern.

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