DAS INVESTMENT: Herr Ubaka, viele Anleger konzentrieren sich auf die großen Technologieriesen. Warum ist Ihrer Meinung nach jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich amerikanische Small Caps näher anzusehen?

Louis Ubaka: Mehrere Faktoren sprechen derzeit für Small Caps. Die Aktien großer US-Technologiekonzerne haben sich in den vergangenen Jahren außergewöhnlich gut entwickelt. Ihre Marktkapitalisierungen sind inzwischen so stark gewachsen, dass sie zusammen bis zu 45 Prozent des S&P 500 ausmachen. Diese Konzentration führt zu einer deutlichen Schieflage im Markt.

US-Small Caps bieten Anlegern in diesem Umfeld eine wertvolle Möglichkeit zur Diversifizierung. Hinzu kommt: Ihr künftiges Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt auf einem deutlich attraktiveren Niveau als das vieler Large Caps. Betrachtet man zudem das Wachstum des Gewinns je Aktie, zeigen Small Caps im Durchschnitt sogar die besseren Werte.

Für die kleinsten Unternehmen im Russell 2500, unserem Referenzindikator, erwarten Analysten derzeit die deutlichsten Verbesserungen bei der Profitabilität und der Generierung freier Cashflows – ein Hinweis auf attraktive Einstiegschancen. Genau diese nutzen wir im CT (Lux) American Smaller Companies gezielt für unsere Anlagestrategie.

Welche strukturellen oder zyklischen Faktoren spielen derzeit kleineren US-Unternehmen in die Karten?

Ubaka: Mehrere Entwicklungen wirken derzeit zugunsten von Small Caps. Viele dieser Unternehmen erwirtschaften den Großteil ihrer Umsätze im Heimatmarkt USA. Damit profitieren sie direkt von der robusten Binnenkonjunktur und den Investitionen in den Wachstumsfeldern Infrastruktur, Energie und neue Technologien wie künstliche Intelligenz.

Ein weiterer interessanter Aspekt betrifft die M&A-Aktivitäten. In den vergangenen Jahren war das Volumen von Fusionen und Übernahmen rückläufig. In jüngster Zeit ist jedoch eine Belebung dieser Transaktionen zu beobachten. Dass wieder mehr Übernahmen durch größere Unternehmen stattfinden zeigt, dass die Käufer in den kleineren Firmen attraktive Bewertungen und langfristiges Potenzial erkennen. Eine anziehende M&A-Dynamik könnte daher als Katalysator für steigende Small-Cap-Bewertungen wirken.

Wie unterscheiden Sie zwischen Unternehmen mit vorübergehenden Rückschlägen und solchen mit starkem langfristigem Wachstumspotenzial?

Ubaka: Wenn ein Unternehmen einmal ins Stolpern gerät, schauen wir besonders genau hin. Firmen, die konstant gute Ergebnisse liefern, stehen ohnehin im Fokus des Marktes – ihre Erfolge sind meist bereits im Kurs eingepreist. Gerät ein Unternehmen dagegen vorübergehend unter Druck, sorgt das häufig für Unsicherheit, und die Aktie wird schnell abgestraft. Genau hier entstehen oft interessante Einstiegschancen.

Natürlich gibt es auch Unternehmen, die über längere Zeit hinweg enttäuschen. Der Markt rechnet dann in der Regel nicht damit, dass sich das kurzfristig ändert. Wir analysieren solche Fälle im Detail – und stellen dabei immer wieder fest, dass sich gerade dann ein Engagement lohnen kann, wenn erste Anzeichen einer operativen Trendwende erkennbar sind.

Woran erkennen Sie, ob sich ein solches Investment tatsächlich auszahlen kann?

Ubaka: Wir achten sehr genau auf die Entwicklung zentraler Kennzahlen: die Rendite auf das investierte Kapital, die Rentabilität und den Cashflow. Wenn sich diese Werte nachhaltig verbessern, ist das für uns ein starkes Signal. Unser Ziel ist es nicht nur, in „gute“ Unternehmen zu investieren – wir suchen gezielt nach Unternehmen, die sich weiter verbessern.

Um solche Chancen frühzeitig zu identifizieren, betreiben wir ein eigenständiges, zukunftsorientiertes Research. Dabei arbeiten wir mit unseren internen zentralen Teams zusammen – wobei sowohl die fundamentale Analyse als auch die quantitative Bewertung im Fokus stehen.

Als Small-Cap-Fondsmanager schöpfen wir unsere Anlageideen überwiegend aus dem unteren Segment des Russell-2500-Universums. Wenn wir überzeugt sind, dass ein Unternehmen auf dem richtigen Weg ist, gilt für uns ein klares Prinzip: Erfolgreiche Positionen bleiben im Portfolio und erhalten Zeit, weiter an Wert zu gewinnen.

Die Gewinnschätzungen für Small Caps steigen, gleichzeitig bleibt die makroökonomische Unsicherheit hoch. Wie gehen Sie mit diesen widersprüchlichen Signalen um?

Ubaka: Themen wie geopolitische Spannungen, die Handelspolitik der US-Regierung oder das Disruptionspotenzial der künstlichen Intelligenz sorgen zweifellos für Unsicherheit. Dennoch zeigen sich die meisten US-Unternehmen davon bemerkenswert unbeeindruckt. Trotz eines schwierigen und – angesichts der teils sprunghaften politischen Entscheidungen der Trump-Administration – schwer vorhersehbaren Umfelds gelingt es vielen Firmen, ihre Erträge weiter zu steigern.

Mit anderen Worten: Die Rahmenbedingungen bleiben volatil, doch die operative Stärke der Unternehmen spricht dafür, dass sie sich auch in einem unsicheren Umfeld behaupten können. Für uns ist das ein wichtiges Signal, die Gewinnentwicklung genau zu beobachten und gezielt in jene Small Caps zu investieren, die trotz Gegenwinds nachhaltig wachsen.

Welche Sektoren oder Themenbereiche sehen Sie derzeit als die spannendsten Wachstumsquellen im Small-Cap-Universum?

Ubaka: Wir betrachten das sowohl strukturell als auch zyklisch. Strukturell stehen Themen wie Re-Shoring und On-Shoring im Vordergrund, also die Rückverlagerung von Produktionskapazitäten in die USA, verbunden mit einem Ausbau der Infrastruktur. Dazu zählen auch KI-Rechenzentren und Energieversorgung. Small Caps spielen in diesen Transformationsprozessen eine besonders wichtige Rolle.

Mit sinkenden Zinsen und nachlassenden geopolitischen Spannungen steigt die Zuversicht, dass die Wirtschaft insgesamt wieder schneller wachsen kann und Investitionen in Infrastruktur und Netzausbau gut angelegt sind. Auch Sektoren wie Biotechnologie, Gesundheitswesen, Immobilien und Bauwesen könnten profitieren. Biotech-Unternehmen entwickeln kontinuierlich innovative neue Therapien, die sowohl für Investoren als auch für große Pharmaunternehmen attraktiv sind. Immobilien und Bauwesen profitieren von einem stabileren wirtschaftlichen Umfeld und sinkenden Finanzierungskosten. Darüber hinaus dürfte die zunehmende Dynamik bei Fusionen und Übernahmen (M&A) dazu führen, dass Small Caps insgesamt breit profitieren können.

Welche Rolle spielt verantwortungsvolles Investieren bei Ihrer Auswahl von Small-Cap-Unternehmen?

Ubaka: Die Einbindung der Prinzipien des verantwortungsvollen Investierens (RI) erhöht unser Potenzial, mit den 50 bis 80 Unternehmen im Portfolio des CT (Lux) American Smaller Companies langfristig bessere risikobereinigte Renditen für unsere Kunden zu erzielen. Unternehmen mit positiver RI-Dynamik sind oft auch besser in der Lage, ihre Risikofaktoren zu steuern, was unserem Ansatz zugutekommt. Unsere Kunden vertrauen uns auf diesem Weg: Anleger haben unserem Fonds, der auf einer Skala von 1 bis 7 in Risikoklasse 5 eingestuft ist, derzeit 1,94 Milliarden US-Dollar (Stand: 30.09.2025) anvertraut.

Wenn Sie die Argumente für eine Anlage in US-Small-Caps in einem Satz zusammenfassen müssten, wie würde dieser lauten?

Ubaka: Investitionen in US-Small-Caps bieten einen direkten Zugang zu einigen der spannendsten Anlagechancen weltweit – und das bei aktuell attraktiven Bewertungen.

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