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Source for Alpha-Vorstandsmitglied im Interview „Wir haben ein großes Interesse an forschungsbasierten Value-Strategien“

Christian Funke, Vorstandsmitglied, Source for Alpha
Christian Funke, Vorstandsmitglied, Source for Alpha: „Wenn Nvidia inzwischen mehr wert ist als alle in Hongkong notierten chinesischen Aktien zusammen, sprechen wir von extremen Aufwärtsbewegungen.“ | Foto: Source for Alpha

DAS INVESTMENT: Herr Funke, die US-Wirtschaft hat sich in den vergangenen Quartalen überraschend gut entwickelt, vor allem das KI-Thema befeuerte die Indizes. Als Fondsmanager und Vorstand von Source for Alpha haben Sie einen guten Überblick über die Märkte: War dieser starke Lauf zu erwarten und wie waren Sie positioniert?

Christian Funke: Der Markt war im Jahr 2022 ein ganz anderer als 2023. Dem Crash, den wir in den Wachstumswerten in 2022 gesehen haben, folgte in 2023 eine starke Gegenbewegung, mit den „Magnificent Seven“ an der Spitze. In unserem US-Fonds S4A US Long fahren wir einen Value-Ansatz. Wir waren extrem defensiv und dadurch sehr gut durch 2022 gekommen, sind dann in 2023 aber hinter den stark steigenden Märkten leicht zurückgeblieben. Wir erwarten jedoch, dass die aktuell boomenden Marktspitzen, die sich aus KI-getriebenen Werten aufbauen, nicht in den Himmel wachsen.

Folglich sehen Sie viel Überschwang im Markt?

Funke: Irgendwann dreht die Aufwärtsdynamik. Wenn Nvidia, einer der größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen für Computer, inzwischen mehr wert ist als alle in Hongkong notierten chinesischen Aktien, sprechen wir von extremen Aufwärtsbewegungen. Nachdem diese Aktie mit einem Preis von 500 US-Dollar ins Jahr gestartet ist, kostet sie jetzt schon 800 US-Dollar. Es gibt Titel, die extrem gut gelaufen sind, positives Momentum und starkes Wachstum bieten. Die Börsengeschichte zeigt, dass so ein Run dann auch irgendwann wieder vorbei ist. Kipppunkte lassen sich allerdings schwer vorhersagen, meistens beruhen sie auf einer nicht vorhersagbaren Ursache. Sobald sich voraussichtlich ab Juni die US-Geldpolitik ändert und die Zinsen sinken, könnte die zweite Reihe bei US-Aktien, die bislang von den Anlegern eher vernachlässigt wurde, größeres Interesse wecken.

Die regelgebundene Anlagestrategie von Source for Alpha ist nicht in allen Marktphasen identisch. Wann ergeben sich resultierend aus der Kapitalmarktforschung marktbedingte Anpassungen?

Funke: Klumpenrisiken bei Hochrisikotiteln und Titeln, die auf der Verliererseite stehen, werden von uns eliminiert. Die Situation am Kapitalmarkt bleibt natürlich nie über zehn Jahre konstant. Es gibt immer wieder Sonderphasen, in denen unser antizyklisches Modell zum Einsatz kommt: Wenn sich Risiko- und Liquiditäts-Prämien am Markt aufgebaut haben, also in klaren Crash-Phasen, dann nehmen wir die offensiveren Value-Titel, die mit höherem Risiko, ins Portfolio. Im Corona-Crash, als alle Werte abverkauft wurden, haben wir sehr stark umgeschichtet und ausgewählte Verlierertitel und offensive Value-Titel gekauft, die sich dann beim Aufstieg aus dem „Tal der Tränen“ sehr gut entwickelt haben. Wenn die Risiko- und Liquiditäts-Prämien im Markt hoch sind, dann lohnt es sich, risikoreichere Titel zu kaufen, die deutlich stärker als der Gesamtmarkt abgegeben haben.

 

Source for Alpha überträgt Erkenntnisse der Kapitalmarktforschung auf die Anlagestrategien: Wie kann man sich die Umsetzung dieses Alleinstellungsmerkmals vorstellen?

Funke: Wir Gründer und Fondsmanager von Source for Alpha kommen aus dem akademischen Raum und haben schon an der Universität ein großes Interesse an forschungsbasierten Strategien entwickelt. Für die Entwicklung der Strategie des S4A US Long haben wir die in renommierten Forschungsarbeiten herausgearbeiteten wissenschaftlichen Erkenntnisse nachgebaut und genau geprüft, wie sich das replizierte Portfolio im Einzelnen entwickelt. Grundsätzlich sehen sich empirische Kapitalmarktforscher das ganz US-Aktienuniversum an, welches aktuell rund 5.000 Titel umfasst – wir haben für den S4A US Long allerdings nur für ein Zehntel davon ein genaueres Interesse. Bei diesen 500 Titeln aus dem US-Leitindex S&P 500 ergibt sich für uns durch sehr viel Datenanalyse und Programmiertätigkeit dann ein genaues Bild.

Am 1. Dezember 2023 hat Source for Alpha den ESG-Ableger des Erfolgsfonds und vielfach ausgezeichneten S4A US Long gestartet – den S4A US Equity ESG. Die Positionen ähneln sehr stark denen des S4A US Long, auch die Branchenstruktur scheint identisch. Wo liegt der Unterschied?

Funke: Wir wurden immer wieder gefragt, ob wir den S4A US Long nicht auf Artikel 8 gemäß EU SFDR umstellen könnten. Wir haben für uns entschlossen, dass wir das nicht wollen. Aber für diejenigen, die einen Artikel-8-Fonds möchten oder vielleicht sogar benötigen, haben wir den ESG-Ableger des S4A US Long umgesetzt, welcher den BaFin-Kriterien für nachhaltige Investmentvermögen entspricht und sich an Investoren mit nachhaltigkeitsbezogenen Zielen gemäß MiFID II richten kann. Trotz der zu berücksichtigenden Ausschlusskriterien versuchen wir im Prozess der Portfoliokonstruktion jedoch möglichst eng am Original zu bleiben: Die Branchenstruktur ist identisch, die Positionen sind zu 80 Prozent deckungsgleich, und die Performance entwickelt sich seit Auflage im Dezember sehr eng am Original.

Im November 2024 stehen die US-Wahlen an. Sollte sich abzeichnen, dass Trump das Rennen macht, dürften ESG-lastige Portfolioallokationen unter Druck kommen, oder?

Funke: Sieht man sich die US-Wahlen des Jahres 2016 an, als Trump ins Präsidentenamt einzog, sorgte das „MAGA“-Thema dafür, dass die „Old Industry“ mit ihren lokalen Ausprägungen im ganzen Land einen Lauf hatte. Sollte Trump wieder ins Amt kommen, könnte dieser Sektorverbund in der Tat einen erneuten Push bekommen.

Was würde, dies als letzte Frage, ein Trump-Sieg für Ihre US-Aktienallokation allgemein bedeuten?

Funke: Wir würden nicht allein deshalb umschichten; politische Börsen haben immer kurze Beine. Ob dann alles so eintreten würde, wie Trump sich das vorstellt, ist ungewiss. Und zunächst muss er ja auch erst einmal die Wahl gewinnen.

 

Zum Interviewten:

Christian Funke, Vorstand von Source for Alpha, ist ein renommierter Experte im Finanzbereich mit akademischem Hintergrund in Wirtschaftswissenschaften und einer Promotion in empirischer Kapitalmarktforschung. Durch seine langjährige Erfahrung in führender Position und seine Leidenschaft für innovative Anlagestrategien prägt er maßgeblich die strategische Ausrichtung des Unternehmens und ist ein gefragter Redner auf internationalen Finanzkonferenzen.

 

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Bei einer Anlage in einen Fonds handelt es sich um eine risikobehaftete Anlage, so dass die Anleger des Fonds einen Wertverlust bis zu einem Betrag erleiden können, der einem Totalverlust des gesamten in die Anteile an dem Fonds investierten Kapitals entspricht. Dementsprechend sollten potenzielle Anleger über eine angemessene und ausreichende Liquidität verfügen, um einen Totalverlust ihrer Anlage in den Fonds wirtschaftlich tragen zu können. Bei der Entscheidung, in den beworbenen Fonds zu investieren, sollte der Anleger auch die nachhaltigkeitsrelevanten Aspekte hinsichtlich der Merkmale oder Ziele des beworbenen Fonds, wie sie im Verkaufsprospekt dargestellt sind, berücksichtigen. Weitere Informationen zu den Nachhaltigkeitsaspekten des S4A US Equity ESG können dem Webdokument entnommen werden. Dieses finden Sie unter https://fondsfinder.universal-investment.com/de/DE/Funds/DE000A3ERMX5/downloads.

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