US-Staatspapiere mit zweijähriger Laufzeit haben mit der stärksten Rally seit 2009 darauf reagiert, dass die Federal Reserve die Leitzinsen unverändert nahe null beließ. Nach Einschätzung von Pacific Investment Management Co. (Pimco) wird die Notenbank bis nächstes Jahr warten, bevor sie die Zinsen erstmals seit 2008 anhebt.
„Die Erklärung der Fed kann am besten als (sehr) ’dovish’ charakterisiert werden“, schrieb Richard Clarida, globaler strategischer Berater bei Pimco, am Donnerstag in einer Kurzeinschätzung per E-Mail. „Keine Zinserhöhung heute und kein Grund anzunehmen, dass die Fed an eine Zinsanhebung im Dezember glaubt (und vergesst Oktober!).“
Die Kurse der Treasuries kletterten, nachdem die Fed die Spanne für ihren Zielzinssatz in ihrer geldpolitischen Erklärung beibehielt. Die Rendite der zweijährigen US-Staatspapiere fiel um 13 Basispunkte auf 0,68 Prozent. So kräftig war die Rendite seit März 2009 nicht mehr gesunken - damals hatte die Fed erklärt, sie werde ihre Anleihekäufe zur Belebung der Konjunktur erhöhen.
Die Geldpolitiker sagten nun, die jüngsten globalen Entwicklungen dürften die wirtschaftliche Aktivität etwas beeinträchtigen und wahrscheinlich einen weiteren nach unten gerichteten Druck auf die Inflation ausüben. Bei den zehnjährigen Treasuries sank die Rendite um zehn Basispunkte auf 2,19 Prozent.
„Die Marktteilnehmer dachten, wenn sie diesmal die Zinsen nicht erhöhen, dann werden sie zumindest mit einer geldpolitisch harten Erklärung kommen - aber all das haben sie nicht getan“, sagte Thomas di Galoma, Leiter Zinsen und Anleihen bei ED&F Man Capital Markets in New York. „Sie sind mit der konträren Erklärung gekommen, die sehr weich war, dass sie sich Sorgen über die internationale Lage machen.“
Am Terminmarkt zeigen die Futures eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent, dass die Fed die Zinsen im Oktober anhebt und von 44 Prozent für eine Erhöhung bis Dezember. Bis zur Mitteilung der Notenbank am Donnerstag, zeigten die Terminkontrakte eine Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent für eine Zinserhöhung bis zum Jahresende an. Die Berechnung basiert auf der Annahme, dass die effektive Fed Funds Rate nach der ersten Anhebung bei durchschnittlich 0,375 Prozent liegen wird.
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