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Stacheldraht an einem Gefängnis in Los Angeles. Eine US-amerikanische Finanzberaterin ist von einem Gericht zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden.  | © Getty Images

Um das Ersparte gebracht US-Finanzberaterin soll 20 Jahre ins Gefängnis

Es muss etwas ganz schön Gravierendes vorliegen, wenn ein Gericht einen Finanzberater zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. So wie in jenem kürzlich zu Ende gegangenen US-amerikanischen Prozess, über den das Finanzportal Investmentnews.com berichtet.

Eine Beraterin namens Dawn Bennett, Inhaberin des Unternehmens Bennett Financial Group, hatte Kunden animiert, Geld in einen Online-Bekleidungshandel zu investieren. Diesen wollte Bennett selbst betreiben. 15 Prozent Zinsen pro Jahr stellte sie ihren Kunden in Aussicht. Investiert wurde über Wandelanleihen und Schuldscheindarlehen.

Dabei lockte sie die Kunden mit zahlreichen Versprechen – allesamt falsch, wie sich später herausstellte: zum Risiko des Investments, zur Verwendung des Anlegergeldes und zur Liquidität der Anlage. Mehrere Kunden zogen einen Großteil ihres Ersparten aus Altersvorsorgeverträgen ab und investierten es bei Bennett.

Und die Beraterin? Finanzierte sich damit ein feines Leben. Das Geld ging unter anderem für eine luxuriöse Suite im Stadion einer Football-Mannschaft, Schönheitsoperationen und exklusive Schmuckstücke drauf, denen eine günstige astrologische Wirkung nachgesagt wird. Daneben zahlte sie mit dem frischen Geld auch Anleger aus, die in der Vergangenheit bei ihr investiert hatten.

Ein bisschen mulmig muss es ihr doch geworden sein. Denn sie soll außerdem einem Webseitenbetreiber Geld gegeben haben, damit dieser indische Priester beauftrage, in ihrem Namen religiöse Zeremonien abzuhalten. Diese sollten die US-Finanzaufsicht fernhalten.

Es gibt auch einen Mitangeklagten, der sich als Helfer Bennetts in mehreren Anklagepunkten bereits schuldig bekannte. Das Urteil steht noch aus.

Bei Bennett zumindest kannte das Gericht kein Pardon. Es sprach die Angeklagte in allen 17 Anklagepunkten für schuldig, darunter Verabredung zu einer Straftat, falsche Angaben zu einem Kreditantrag sowie Wertpapier- und Bankbetrug. 14,5 Millionen US-Dollar soll die Ex-Beraterin zurückerstatten. Zusätzlich verliert sie den Anspruch auf angeblich noch ausstehende 14,3 Millionen Dollar.

„Dawn Bennett hat Rentner wissentlich um die Ersparnisse ihres Lebens betrogen - die meisten davon nutzte sie zu ihrem eigenen Vorteil", zitiert Investmentnews.com den zuständigen Staatsanwalt. Sie werde für Lügen und Diebstahl zur Rechenschaft gezogen und solle nun Jahre in einem Bundesgefängnis verbringen.

Neben 20 Jahren Haft brummte das Gericht der betrügerischen Beraterin fünf Jahre auf Bewährung auf, in denen sie sich nach der Haft als integer beweisen soll.

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