Der US-amerikanische Fondsadministrator Formidium will nach Europa expandieren – und nimmt dabei auch den deutschen Markt ins Visier. Laut einem Bericht der Branchen-Plattform „Fondsprofessionell“ will Formidium noch in diesem Jahr Angebote für Großbritannien und die Schweiz aufbauen. Über Luxemburg plant das Unternehmen zudem den Eintritt in den europäischen Ucits-Markt. 

Das vor knapp zehn Jahren in Chicago gegründete Unternehmen administriert nach eigenen Angaben ein Vermögen von mehr als 33 Milliarden US-Dollar in mehr als 1.800 Fonds und anderen Investmentvehikeln. Neben dem Heimatmarkt USA ist Formidium bereits in Kanada, mehreren asiatischen Ländern und Australien aktiv. Das Haus fokussiert sich auf Venture-Capital-, Private-Equity-Anlagen und Hedgefonds sowie weitere alternative Investments. Kryptoanlagen, die ehemals ebenfalls ein Kernfeld des Hauses waren, machten mittlerweile nur noch rund ein Fünftel des Geschäfts aus.

Start auch als Service-KVG geplant 

In Europa verfolgt Formidium eine weitergehende Strategie als anderswo: Während man in Großbritannien und der Schweiz zunächst auf die Fondsadministration setzt, ist in Luxemburg auch der Einstieg ins Service-KVG-Geschäft geplant – durch Gründung oder Kauf einer eigenen Service-KVG. Den bereits etablierten Anbietern will Formidium vor allem durch automatisierte Prozesse und vergleichsweise kostengünstige Fondsadministration Marktanteile streitig machen.

Für die Expansion hat Formidium Achim Denkel gewonnen. Denkel hat die Hamburger Fondsvertriebsplattform Capinside aufgebaut, die seit gut zwei Jahren zur Ci-Gruppe gehört. Zuletzt leitete er als Vorstand den Schweizer Fondsdienstleister Ci Fund Solutions, den er im Januar 2026 verließ.