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Tritt in der Geldpolitik auf die Bremse: Jerome Powell | © Getty Images

US-Geldpolitik „Die Fed kann nicht alles steuern“

Alles bleibt wie gehabt: Die Federal Reserve (Fed) hat die Leitzinsen bei ihrer Sitzung im März zwischen 2,25 und 2,5 Prozent belassen. Auch zeigt sich Pragmatismus in Bezug auf die Bemühungen, die Fed-Bilanz zu reduzieren: Im Mai soll der Abbau der Aktiva beginnen und bis September abgeschlossen sein.

Entscheidend ist, dass die Schätzung der Fed hinsichtlich zukünftiger Zinserhöhungen – der genau beobachtete „Dot-Plot“ – dahingehend geändert wurde, dass er für 2019 keine Zinserhöhungen angibt. Vergangenen Dezember waren noch zwei Zinserhöhungen geplant. Die erhebliche Volatilität an den Aktienmärkten im vergangenen Jahr und eine geringere Inflation haben die US-Notenbank zu einem Kurswechsel veranlasst.

Bislang haben Anleger vorwiegend positiv auf die Ankündigungen der Fed reagiert. Was aber bedeutet die veränderte Strategie des Geldinstituts langfristig für Anleger? Nachfolgend geben drei Portfoliomanager der Capital Group ihre Perspektiven wieder.

„Die Fed kann nicht alles steuern“

„Die Entscheidung der US-Notenbank unterstreicht, wie sehr sich ihre Politik verändert hat. Seit der Marktvolatilität Ende 2018 hat die Fed einen vorsichtigeren Ton angeschlagen. Ende Januar fügte der Ausschuss für Geldpolitik das Wort ,geduldig‘ in seine Erklärung ein. Er deutete auch ein voraussichtliches Ende der quantitativen Straffung – die Bemühungen der Fed, die Höhe der Vermögenswerte in ihrer Bilanz zu verringern – noch in diesem Jahr an. Die Märkte nahmen diese Nachrichten dankbar an: Seit Ende Januar sind die Renditen gefallen, Aktien haben sich erholt und die Kredit-Spreads – ein Maß für die Prämie, die Anleger zum Eingehen von Kreditrisiken verlangen – haben sich erhöht. Dementsprechend ist die von den Optionsmärkten implizierte Zinsvolatilität auf historische Tiefststände gefallen. Unser Zins-Team ist der Ansicht, dass eine geänderte Weichenstellung der Fed zwar seit jeher der Hauptkatalysator für die Performance der Finanzmärkte ist, die Fed jedoch trotzdem nur beschränkten Einfluss hat. Die Zinssätze können und werden sich im Einklang mit den Veränderungen der Wirtschaft bewegen. Wenn beispielsweise die Inflation steigt, führt dies unabhängig von der Haltung der Fed zu einem steigenden Zinsumfeld. Wenn sich das globale oder inländische Wachstum verlangsamt, dürften die Zinssätze erheblich sinken. Obwohl wir der Meinung sind, dass die Wahrscheinlichkeiten dieser Ereignisse in angemessenen Anleihenrenditen eingepreist sind, glauben wir, dass die Volatilitätsmärkte die Wahrscheinlichkeit einer Verschärfung der Zinsschritte unterschätzen. Insgesamt hat die Fed eindeutig zur Ruhe auf den Märkten beigetragen, die wir dieses Jahr beobachten konnten. Die politischen und wirtschaftlichen Ergebnisse sind jedoch noch recht unsicher und Anleger sollten sich nicht in Selbstzufriedenheit wiegen.“

Ritchie Tuazon, Portfoliomanager bei Capital Group

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