US-Gericht entscheidet über argentinische Anleihen

Argentinien verliert erneut gegen Hedgefonds

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Nachdem sie keine Einigung mit US-Hedgefonds über ausstehende Schulden aus der Staatspleite von 2001 erzielen konnte, meldete Argentinien im Sommer vergangenen Jahres erneut Staatsbankrott an. Die Ratingagentur S&P wertete daraufhin Argentiniens Bonität auf "SD“ ab. Das ist die vorletzte Stufe der Rating-Skala, sie steht für "Selected Default", also "partiellen Zahlungsausfall".

Experten wie zum Beispiel F&C-Fondsmanager Miguel Gandolfo gingen davon aus, dass Argentinien trotzdem Anleihen, die nach argentinischem Recht begeben sind, weiter bedienen würde. Doch daraus wird wohl nichts. So untersagte das US-Bezirksgericht der Citigroup, Zinsen auf bestimmte argentinische Anleihen auszuzahlen. Eine Zinszahlung würde dem Gebot der Gleichbehandlung aller Gläubiger widersprechen, argumentiert das Gericht. 

Bei den Papieren handelt es sich um Staatsanleihen nach argentinischem Recht, die in US-Dollar ausgegeben sind. Die Zinsen betragen 2,3 Milliarden US-Dollar.   

Hintergrund: Eine Gruppe von Hedgefonds um den Manager Paul Singer hatte vor 2001 argentinische Anleihen gekauft, die aufgrund des Staatsbankrotts 2001 nicht in voller Höhe bedient werden konnten. Einem Schuldenschnitt stimmten die Hedgefonds nicht zu. 2014 forderten sie von Argentinien Rückzahlungen in Höhe von 1,33 Milliarden US-Dollar plus Zinsen. Die Regierung in Buenos Aires wollte diese Forderungen nicht erfüllen. Denn sie könnte zwar diese Summe aus ihren Währungsreserven begleichen. Doch täte sie das, hätte es für das Land weitreichende Folgen. Denn nach dem Staatsbankrott 2001 stimmte eine Mehrzahl der Gläubiger einem Schuldenschnitt zu. Im Gegenzug bekamen sie eine spezielle Klausel, die Nachbesserungen für den Fall vorsieht, dass die unwilligen Anleger ein besseres Angebot bekommen. Genau das wäre der Fall, hätte Argentinien 2014 die Hedgefonds in voller Höhe abgefunden. Die Kosten dafür bezifferte die Regierung auf 120 Milliarden Dollar. Die Klausel galt allerdings nur bis Ende 2014.

Nach einem Urteil des Bezirksgerichts Manhattan musste Argentinien bis zum 30. Juli 1,33 Milliarden US-Dollar plus Zinsen an die Hedgefonds zahlen. Der Staat weigerte sich - und meldete Staatsbankrott an. 

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