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US-Großbank Made in China Goldman-Sachs-Fälschung eröffnet

Findiger Fälscher: In der südchinesischen Stadt Shenzhen hat ein dubioser Geschäftsmann eine Bankfiliale eröffnet, die den Namen Goldman Sachs Financial Leasing Co trägt. Auch in der chinesischen Version des Namens nutzt die Filiale die gleichen Schriftzeichen wie das US-Original. Mit der US-Großbank hat die kleine Leasing-Firma allerdings nichts zu tun.

Das Unternehmen soll bereits seit 2013 existieren – völlig unbehelligt von der Öffentlichkeit. An dem Namen scheint sich in dieser Zeit niemand gestört zu haben. "Wir haben den Namen einfach gewählt, und es ist keine Absicht, dass es der gleiche ist“, so erklärt eine Bankmitarbeiterin die Namensgleichheit mit der US-Großbank.

Kein Einzelfall. Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua sind Fälschungen in der Bankenbranche sehr verbreitet. So wurde erst vor wenigen Wochen in der Provinz Shandong ein 39-jähriger Mann verhaftet, der eine Imitation einer Filiale der China Construction Bank eröffnet haben soll.

Ob der Goldman-Sachs-Fälscher bestraft wird, ist derzeit noch unklar. Denn für chinesische Behörden scheinen Verletzungen des Markenrechts ein Kavaliersdelikt zu sein. Es habe viele ähnliche Fälle wie jenen von Goldman Sachs gegeben, bei denen die ausländischen Markeninhaber abblitzten, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die echte Goldman-Sachs-Bank in Hongkong wolle der Sache jedenfalls nachgehen.

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