Arbeitsmarkt im Fokus US-Inflationsdaten könnten die Märkte stützen

Unmittelbar nach der Sitzung der US-Notenbank in dieser Woche erholten sich die Märkte weltweit. Die Erleichterung darüber, dass die Zinsen lediglich um 50 Basispunkte angehoben wurden, war aber nur von kurzer Dauer. Die Stimmung ist nach wie vor angespannt. Angesichts des unsicheren makroökonomischen Umfelds neigen die Anleger generell dazu, Risiken zu reduzieren.
Globale Konjunkturdaten deuten auf eine Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit hin: Die Realeinkommen geraten durch die höheren Preise unter Druck, die finanziellen Bedingungen beginnen sich zu verschärfen und China hat mit der Umsetzung seiner Null-Covid-Strategie zu kämpfen. Die Renditen von Staatsanleihen reagieren jedoch aktuell viel stärker auf die Inflation als auf das Wachstum. Die Notenbanker werden zu Maßnahmen gezwungen sein, um die Preisstabilität als übergeordnetes Ziel in absehbarer Zukunft zu erhalten.
Lohnentwicklung im Blick behalten
Vor diesem Hintergrund dürften sich die Staatsanleiherenditen nur schwer erholen oder stabilisieren, solange die Daten nicht die Annahme stützen, dass das Schlimmste des Inflationsschocks hinter uns liegt. Daher ist der kommende Woche veröffentlichte US-Verbraucherpreisindex von großer Bedeutung.
Davor wird das Augenmerk auf den heute vorgelegten Lohndaten liegen. Sollte die Inflation weiterhin überschießen, dürfte dies auf die durch einen sehr angespannten Arbeitsmarkt bedingte Lohninflation zurückzuführen sein. Die US-Kerninflation lag im März bei 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Ein ähnliches Ergebnis im April wird die Märkte stützen.
Es scheint jedoch noch zu früh zu sein, um eine Abschwächung der Rhetorik von Fed-Chef Jerome Powell und seinen Kolleginnen und Kollegen zu erwarten – es sei denn, es käme zu einer deutlichen und plötzlichen Verschärfung der Finanzbedingungen.