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Geldpolitik US-Notenbank drosselt Anleihekäufe

Jerome Powell
Jerome Powell: Präsident der US-Notenbank | Foto: Imago Images / Xinhua

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat beschlossen, ihre Pandemiehilfen zu reduzieren und die derzeit massiven Anleihekäufe in Höhe von monatlich 120 Milliarden Dollar bereits im November um 15 Milliarden Dollar zu senken. Behalten die Notenbanker um Fed-Chef Jerome Powell dieses Tempo in den kommenden Monaten bei, würden sie Mitte 2022 ihre Anleihekäufe beenden. Die Klarheit über den weiteren Kurs der Fed erfreute die Anleger - der US-Aktienindex Dow Jones stieg nach der Notenbanksitzung ebenso auf ein Rekordhoch wie der Dax in Deutschland.

VP Bank: Strategiewechsel tat Not

 „Die Verantwortlichen der Fed wissen, dass sie derzeit einen heißen Reifen fahren. Ein geldpolitischer Strategiewechsel tat Not“, kommentiert Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Das US-Bruttoinlandsprodukt habe das Vor-Krisen-Niveau wieder überschritten, Inflationsrisiken hätten merklich zugenommen, die US-Währungshüter seien ihren Beschäftigungszielen näher gerückt. „Für Notmaßnahmen besteht gegenwärtig keine Notwendigkeit mehr“, sagt Gitzel. Es sei deshalb richtig, wenn die Fed das Ende der expansiven Geldpolitik wage. Zudem behalte sich die Notenbank vor, in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung ihr Vorgehen anzupassen.


„Die geldpolitische Wende löst an den Finanzmärkten kein Erdbeben aus“, so Gitzel. Die Fed habe aus dem sogenannten Taper Tantrum des Jahres 2013 gelernt. Die damalige Ankündigung eines Tapering, also der Reduktion der monatlichen Wertpapierkäufe, hatte die Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt und für Verwerfungen an den Finanzmärkten gesorgt.

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