US-Zinspolitik „Eine Warnung für Anleger, aber keine beginnende Rezession“

Touristinnen in New York: Die US-Konjunktur kommt ins Schlingern | © Getty Images

Touristinnen in New York: Die US-Konjunktur kommt ins Schlingern Foto: Getty Images

Weltweit fürchten Anleger, dass die Wirtschaft weiter abkühlt. Schwache Wirtschaftsdaten aus Europa und Sorgen über die Handelsbeziehungen zwischen China und den USA verschlechtern das Klima. Die Reaktion ist durchaus verständlich, denn Zölle blockieren den globalen Handel und damit das Wachstum.

Im März hat die Führung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wegen der stockenden Konjunktur entschieden, die Leitzinsen nicht wie geplant zu erhöhen. Sie belaufen sich nach wie vor auf 2,25 bis 2,5 Prozent. Zudem hat das Geldinstitut angekündigt, das Zinsniveau im Jahresverlauf beizubehalten.

Anleger sorgen sich um globale Konjunktur

Nach der Sitzung der US-Notenbank kam es zu einer Inversion der Zinskurve. Davon spricht man, wenn die Renditen kurzlaufender Staatsanleihen höher sind als bei langfristigen. Eine inverse Zinskurve war in den vergangenen Jahrzehnten oft eines der ersten Anzeichen für eine Rezession. Sie löst jedoch nicht automatisch einen Konjunkturabschwung aus und ist erst dann ein Hinweis auf einen Wirtschaftsabschwung, wenn sie drei Monate oder länger anhält. Zudem dauert es in der Regel lange, bis auf eine inverse Zinskurve eine Rezession folgt.

Der wichtigste Punkt ist aber: Eine inverse Zinsstrukturkurve kann auch lediglich eine Folge experimenteller Geldpolitik sein. Die Faustformel „Auf eine inverse Zinskurve folgt eine Rezession“ ist also mit Vorsicht zu genießen. Im Moment haben Anleger keinen Grund zur Panik“, ganz im Gegenteil: Die Aktienmärkte legen in den kommenden Monaten voraussichtlich zu.