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US-Zinspolitik Warum die Fed den Arbeitsmarkt zum Fetisch macht

Robert Halver
Baader-Bank-Chefanalyst Robert Halver zur US-Zinspolitik | Foto: Baader Bank / Canva

Die Fed hat sie zum Kardinalkriterium für Preissteigerungen und ihre Geldpolitik erhoben: Die Daten vom Arbeitsmarkt. Doch sind sie wirklich so bedeutend?

Unsaubere Jobdaten führen zu unsauberen Inflationsprognosen 

Zunächst, wie können in Amerika mit seiner wenig effizienten Verwaltung schon am Ende des jeweiligen Monats amtliche Arbeitsmarktzahlen vorliegen? Einfache Antwort: Sie werden geschätzt, Pi mal Daumen.

Die Anzahl neu geschaffener Stellen wird berechnet, indem das Arbeitsministerium jeden Monat rund 150.000 öffentliche und private Unternehmen befragt, ob und wenn ja, wie viele Menschen eingestellt oder entlassen wurden. Obwohl damit noch nicht einmal eine Million Arbeitsplätze bei einer Gesamtanzahl der Erwerbstätigen von über 161 Millionen berücksichtigt werden, rechnet man diese Daten dennoch für alle Beschäftigten in den USA hoch.

Diese Methode ist unsauber, da die Grundgesamtheit statistisch zu klein ist. Insofern fällt der Schätzfehler groß aus. Tatsächlich zeigt der vom amerikanischen Privatanbieter ADP ermittelte Arbeitsmarktbericht, der einige Tage vor den offiziellen Daten zu neu geschaffenen Stellen ermittelt wird, oft krasse Abweichungen, als handelte es sich um zwei verschiedene Länder. Und nach einem Monat werden die Schätzdaten von der Realität eingeholt und teilweise auch noch massiv korrigiert.  

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