US-Zwischenwahlen Fünf Konsequenzen für die Märkte, die schon jetzt feststehen

Ein Amerikaner an der Wahlurne: Wie die US-Bürger am 6. November über ihr Repräsentantenhaus und den Senat abstimmen, hat direkte Auswirkungen auf die Wall Street.  | © Getty Images

Ein Amerikaner an der Wahlurne: Wie die US-Bürger am 6. November über ihr Repräsentantenhaus und den Senat abstimmen, hat direkte Auswirkungen auf die Wall Street. Foto: Getty Images

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Die Zeit läuft. Am 6. November wählen die Amerikaner ihr Repräsentantenhaus und ein Drittel ihres Senats neu. Entsprechend haben Wähler und Politiker die sogenannten Midterm Elections fest im Blick – denn die Mehrheitsverhältnisse im Kongress können sich nachhaltig verschieben und damit auch die Politik von US-Präsident Donald Trump grundlegend beeinflussen. Aber haben die Zwischenwahlen auch Auswirkungen auf die Aktienmärkte? Um dies zu beantworten, haben wir die S&P-500-Daten der letzten 85 Jahre untersucht. Dabei zeigten sich in den Jahren mit Zwischenwahlen einige Besonderheiten. Doch fünf Konsequenzen stechen besonders hervor.

1. Die Partei des Präsidenten verliert Sitze im Kongress

Zwischenwahlen finden alle vier Jahre statt, zur Halbzeit der vierjährigen Amtszeit des Präsidenten. Meist verliert die Partei des Präsidenten dabei Sitze im Kongress. Bei den letzten 21 Zwischenwahlen hat die Partei, die den Präsidenten stellt, durchschnittlich 30 Sitze im Repräsentantenhaus und vier Sitze im Senat eingebüßt. Nur zwei Mal hat die Partei des Präsidenten in beiden Kammern hinzugewonnen. Warum ist das so? Erstens gehen die Anhänger der Partei, die gerade nicht den Präsidenten stellt, häufiger zur Wahl. Hinzu kommt, dass die Beliebtheitswerte des Präsidenten in der ersten Hälfte seiner Amtszeit meist fallen. Wechselwähler und unzufriedene Bürger stimmen dann bisweilen für Veränderungen.

                                        Nettoveränderung der Repräsentantenhaussitze der Partei des Präsidenten bei Zwischenwahlen

Da Verluste für die Regierungspartei fast schon die Regel sind, werden sie in den Kursen frühzeitig berücksichtigt. Doch das Ausmaß der Verschiebungen erfahren wir erst am Wahltag – und erst dann kennen wir die politischen Folgen. Das kann einige der Entwicklungen in den folgenden Abbildungen erklären.

2. Die Erträge bleiben meist mäßig bis weit ins Wahljahr hinein

Da die Kurse langfristig zulegen, ist im Durchschnitt aller Jahre ein kontinuierlicher Kursanstieg zu erwarten. Wenn wir allerdings ausschließlich die Jahre mit Zwischenwahlen betrachten, zeigt sich ein anderes Muster: Die Kurse entwickeln sich zunächst seitwärts und legen bis kurz vor den Wahlen kaum zu. Die Weisheit, dass Märkte keine Unsicherheit mögen, scheint sich zu bestätigen. Zu Jahresbeginn sind das Wahlergebnis und seine politischen Folgen unklar. Doch wenn in den Wochen vor der Wahl die Prognosen leichter fallen, kommt es oft zu einer Kursrallye. Nach Schließung der Wahllokale und Bekanntgabe der Ergebnisse steigen die Kurse dann weiter.

                                                         Durchschnittsertrag des S&P 500 (1931 bis August 2018)