Wer sich jedoch aus Angst vor diesen Risiken pauschal gegen den amerikanischen Markt entscheidet, ignoriert die strukturellen Gegebenheiten der globalen Wirtschaft. Eine erfolgreiche, langfristige Anlagestrategie kommt an den USA nicht vorbei. Für ein Investment in den US-Markt sprechen drei fundamentale Säulen, die das Land nach wie vor zum dynamischsten Wirtschaftsraum der Welt machen:
- Globale Umsatzgenerierung statt rein regionaler Abhängigkeit
Wer in US-Unternehmen investiert, investiert nicht nur in die amerikanische Binnenkonjunktur. Die im S&P 500 gelisteten Konzerne erzielen im Schnitt fast die Hälfte ihrer Umsätze außerhalb der USA. Ein US-Fonds ist damit de facto ein globales Vehikel, das die weltweite Kaufkraft bündelt, jedoch unter dem Schutz eines hochentwickelten, aktionärsfreundlichen Rechtssystems operiert.
- Innovationsführerschaft und das Epizentrum des KI-Wachstums
Ob Digitalisierung, Cloud-Computing oder die Transformation durch Künstliche Intelligenz (KI), die Infrastruktur und die Plattformen der Zukunft werden in den USA gebaut. Der enorme Investitionsboom der großen Hyperscaler wie Microsoft, Alphabet oder Amazon, deren Investitionsausgaben Milliardenbeträge erreichen, treibt das globale Produktivitätswachstum. Die USA bieten ein einzigartiges Ökosystem aus Risikokapital, Spitzenforschung und unternehmerischer Mentalität, das in Europa oder den Schwellenländern in dieser Skalierung derzeit nicht existiert.
- Institutionelle Stärke und liquide Kapitalmärkte
Der US-Kapitalmarkt ist der tiefste und liquideste der Welt. Er macht weit über 60 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung aus. Diese Dominanz ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer tief verwurzelten Aktionärskultur und einer hohen Flexibilität des amerikanischen Arbeits- und Unternehmensmarktes, der sich extrem schnell an neue makroökonomische Gegebenheiten anpassen kann.
Der im Folgenden analysierte Capital Group American Balanced Funds (ISIN: LU2343843095) verdeutlicht exemplarisch, wie sich diese amerikanische Wirtschaftskraft über ein ausgewogenes Risikoprofil hinweg optimal im Portfolio abbilden lässt.
Das Unternehmen
Die Capital Group gehört zu den ältesten und renommiertesten aktiven Vermögensverwaltern der Welt. Das Unternehmen wurde 1931 in Los Angeles gegründet und hat sich in den vergangenen mehr als 90 Jahren zu einem global tätigen Investmenthaus entwickelt.
Heute verwaltet die Capital Group ein Vermögen von mehreren Billionen US-Dollar und betreut institutionelle Investoren, Finanzberater sowie Privatanleger auf allen wichtigen Kapitalmärkten. Trotz ihrer Größe ist die Gesellschaft ihrer ursprünglichen Philosophie treu geblieben: Im Mittelpunkt stehen langfristiges Investieren, fundamentale Unternehmensanalysen und ein disziplinierter Investmentprozess.
Anders als viele börsennotierte Vermögensverwalter befindet sich die Capital Group überwiegend im Besitz ihrer Mitarbeiter. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Interessen des Unternehmens, der Portfoliomanager und der Anleger möglichst eng miteinander verbunden sind. Diese Eigentümerstruktur fördert eine langfristige Denkweise und reduziert den Druck, kurzfristige Geschäftsergebnisse erzielen zu müssen.
Ein wesentliches Merkmal der Capital Group ist ihre ausgeprägte Investmentkultur. Während viele Marktteilnehmer versuchen, kurzfristige Kursbewegungen oder makroökonomische Entwicklungen vorherzusagen, konzentriert sich die Capital Group auf die langfristigen Erfolgsaussichten einzelner Unternehmen. Im Mittelpunkt stehen daher intensive Unternehmensanalysen, regelmäßige Gespräche mit dem Management der Portfoliounternehmen sowie die Bewertung langfristiger Trends.
Ziel ist es, Unternehmen zu identifizieren, die über nachhaltige Wettbewerbsvorteile verfügen, starke Bilanzen aufweisen und in der Lage sind, ihren Unternehmenswert über viele Jahre hinweg kontinuierlich zu steigern. Dieser langfristige Anlagehorizont spiegelt sich in vergleichsweise niedrigen Umschlagshäufigkeiten der Portfolios wider und unterscheidet die Capital Group von vielen Wettbewerbern, die deutlich aktiver handeln.
„The Capital System“
Ein Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens ist „The Capital System“, das bereits in den 1950er-Jahren entwickelt wurde und bis heute den Kern des Investmentprozesses bildet. Im Gegensatz zum klassischen Modell eines einzelnen Fondsmanagers oder eines Investmentkomitees wird das Vermögen eines Fonds auf mehrere unabhängige Portfoliomanager aufgeteilt.
Jeder Manager verantwortet einen eigenen Teil des Portfolios und trifft seine Anlageentscheidungen eigenständig auf Basis seiner persönlichen Überzeugungen und Analysen. Ergänzt wird dieser Ansatz durch sogenannte Research-Portfolios, in denen ausgewählte Investmentanalysten einen Teil des Fondsvermögens verwalten und ihre überzeugendsten Anlageideen unmittelbar umsetzen können.
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Durch unterschiedliche Blickwinkel zum Erfolg
Dieses System bietet mehrere Vorteile. Zum einen entstehen unterschiedliche Blickwinkel auf Märkte und Unternehmen, wodurch die Abhängigkeit von der Einschätzung einer einzelnen Person reduziert wird. Zum anderen verbindet das Portfolio verschiedene Investmentstile, wie beispielsweise wachstumsorientierte, wertorientierte oder einkommensorientierte Ansätze, zu einer ausgewogenen Gesamtstrategie.
Gleichzeitig dient das Research-Portfolio zur Förderung des Investmentnachwuchses, da Analysten frühzeitig Verantwortung übernehmen und ihre Fähigkeiten unter realen Marktbedingungen weiterentwickeln können.
Markt- und Unternehmensanalysen
Grundlage sämtlicher Anlageentscheidungen ist ein weltweit aufgestelltes Research-Netzwerk. Investmentanalysten der Capital Group beobachten Unternehmen und Branchen über viele Jahre hinweg und entwickeln dadurch ein tiefes Verständnis für Geschäftsmodelle, Marktstrukturen und Wettbewerbssituationen.
Die Analyse beschränkt sich dabei nicht auf veröffentlichte Unternehmenszahlen. Vielmehr fließen Gespräche mit Unternehmensleitungen, Lieferanten, Kunden und weiteren Marktteilnehmern ebenso in die Bewertung ein wie langfristige Trends aus Technologie, Demografie, Gesundheit oder Infrastruktur. Dieser Bottom-up-Ansatz wird durch makroökonomische Einschätzungen ergänzt, wobei die Auswahl einzelner Unternehmen grundsätzlich im Vordergrund steht.
Neben klassischen Finanzkennzahlen berücksichtigt die Capital Group zunehmend auch Nachhaltigkeitsaspekte im Investmentprozess. Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) werden nicht isoliert betrachtet, sondern als zusätzlicher Bestandteil der Fundamentalanalyse verstanden.
Der Fonds
Der Capital Group American Balanced Fund ist als Mischfonds konzipiert und verfolgt einen ausgewogenen Ansatz. Durch die Kombination von US-Aktien und US-Anleihen nutzt er die Ertragskraft des amerikanischen Aktienmarktes, federt Marktschwankungen jedoch durch solide US-Anleihen ab.
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Er beweist damit, dass ein USA-Investment nicht zwangsläufig mit hoher Volatilität einhergehen muss, sondern auch defensiven und einkommensorientierten Anlagezielen gerecht wird. Zusammen zeigen diese beiden Strategien: Die Frage lautet nicht, ob man in den USA investiert sein sollte, sondern wie man die Ertragskraft und die tiefen Kapitalmärkte dieses Landes auf die eigene Risikotoleranz abstimmen kann.
Historie und Entwicklung der Strategie
Der Fonds basiert auf einer der erfolgreichsten und traditionsreichsten Multi-Asset-Strategien der Capital Group. Die zugrundeliegende US-amerikanische Strategie wurde bereits 1975 aufgelegt und feierte damit im Jahr 2025 ihr 50-jähriges Bestehen. Der Luxemburger Fonds selbst wurde im Juli 2021 aufgelegt, folgt jedoch derselben Investmentphilosophie und wird von demselben erfahrenen Investmentteam verwaltet wie die US-Strategie.
Die Grundidee hinter dem Fonds war von Beginn an, Anlegern eine ausgewogene Lösung anzubieten, die die Ertragschancen von Aktien mit der Stabilität hochwertiger Anleihen verbindet. Während reine Aktienfonds langfristig häufig die höchsten Renditen erzielen, sind sie auch stärkeren Kursschwankungen ausgesetzt. Reine Rentenfonds wiederum bieten oftmals eine niedrigere Volatilität, können langfristig jedoch nur begrenztes Kapitalwachstum erzielen.
Der American Balanced Fund verfolgt deshalb einen Mittelweg: Er kombiniert beide Anlageklassen in einem aktiv gemanagten Portfolio und verfolgt dabei drei gleichrangige Ziele: Kapitalerhalt, laufende Erträge und langfristiges Vermögenswachstum.
Die Strategie hat zahlreiche wirtschaftliche und politische Krisen erfolgreich durchlaufen (hohe Inflation der 1970er-Jahre, die Börsenkrise von 1987, das Platzen der Dotcom-Blase, die globale Finanzkrise 2008/2009 et cetera). In vielen dieser Phasen konnte sich die Strategie robuster entwickeln als reine Aktienportfolios, da die Anleihen einen Teil der Verluste auffangen konnten.
Ein Teil der Manager konzentriert sich ausschließlich auf Aktien, während andere beide Assetklassen abdecken oder sich ausschließlich auf US-Anleihen fokussieren.
Anlagephilosophie
Die Anlagephilosophie des American Balanced Fund basiert auf der Überzeugung, dass langfristiger Vermögensaufbau nicht allein durch möglichst hohe Renditen entsteht, sondern durch ein ausgewogenes Verhältnis von Ertrag und Risiko. Der Fokus liegt auf Unternehmen mit hoher Qualität; gleichzeitig sorgen hochwertige Anleihen für regelmäßige Zinserträge und tragen dazu bei, das Gesamtrisiko des Portfolios zu reduzieren.
Ein weiterer Bestandteil der Philosophie ist die Diversifikation über verschiedene Anlageklassen, Branchen, Unternehmen und Investmentstile. Wie bei allen Strategien der Capital Group werden ESG-Kriterien in den Investmentprozess integriert.
Anlageziel und Investmentkonzept
Der Fonds verfolgt bewusst keinen maximalen Renditeansatz. Vielmehr steht eine ausgewogene Vermögensentwicklung über vollständige Marktzyklen im Vordergrund. Im Gegensatz zu vielen passiven Mischfonds orientiert sich der American Balanced Fund nicht starr an einer festen 60/40-Aufteilung. Zwar bewegt sich die Aktienquote häufig in einer Größenordnung von etwa 60 Prozent und die Anleihequote bei rund 40 Prozent, die tatsächliche Gewichtung kann jedoch innerhalb der vorgesehenen Bandbreiten (Aktien: mindestens 49 Prozent, maximal 74 Prozent; Anleihen: mindestens 23 Prozent, maximal 40 Prozent; Cash: mindestens 2 Prozent, maximal 24 Prozent) an das Marktumfeld angepasst werden. Diese Flexibilität stellt einen wichtigen Unterschied gegenüber klassischen passiven Mischfonds dar, bei denen die Gewichtung regelmäßig mechanisch auf eine feste Quote zurückgeführt wird.
Portfoliocharakteristika
Das Portfolio besteht überwiegend aus qualitativ hochwertigen US-Aktien und Investment-Grade-Anleihen. Auf der Aktienseite dominieren Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen und führenden Marktpositionen. Branchen wie Informationstechnologie, Gesundheitswesen, Industrie und Finanzdienstleistungen bilden regelmäßig die größten Schwerpunkte. Auf der Rentenseite stehen Staatsanleihen und Unternehmensanleihen hoher Bonität im Mittelpunkt.
Investmentprozess
Der Investmentprozess kombiniert strategische Asset-Allokationsentscheidungen mit einer intensiven Einzelwertanalyse. Wichtige Entscheidungen über die Gewichtung von Aktien, Anleihen und Liquidität werden vom Principal Investment Officer (PIO) gemeinsam mit den Portfoliomanagern getroffen. Anschließend erfolgt die Auswahl der einzelnen Wertpapiere auf Grundlage umfassender Fundamentalanalysen.
Dieser kombinierte Top-down-/Bottom-up-Ansatz ist ein wesentliches Merkmal der Strategie. Es werden allerdings nur sehr selten Top-down-Entscheidungen getroffen. Wenn Top-down entschieden wird, dann meist in sehr außergewöhnlichen Marktphasen. wenn beispielsweise die Bewertungen zu hoch erscheinen oder aber die Zinsen offenbar einen Höhepunkt erreicht haben.
- Sektor: Mischfonds dynamisch Welt
- Auflegung: 27.07.2021
- Ertragsverwendung: thesaurierend
- Fondsgesellschaft: Capital International Management Company
- ISIN: LU2343843095
- Performance YTD: 11,00%
- Performance 1 Jahr: 19,85%
- Performance 3 Jahre: 47,75%
- Performance 5 Jahre: -
- Performance 10 Jahre: -
- TER: 0,81%
- Volumen in Mio. EUR: 1579