Jens Hagemann, V-Bank

Jens Hagemann, V-Bank

V-Bank: Unabhängige Vermögensverwalter im Visier

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Die Privatbank mit Sitz in München arbeitet nach rund einem Jahr operativer Geschäftstätigkeit mit über 100 bankenunabhängigen Vermögensverwaltern und institutionellen Kunden zusammen. Wie das Kreditinstitut mitteilte, sei beim betreuten Kundenvermögen („Assets under Custody“) die Schwelle von einer Milliarde Euro überschritten. Das erklärte Ziel der V-Bank: Ende 2011 zu den größten drei Hauptdepotbanken für Vermögensverwalter zu gehören – laut einer Studie der Boston Consulting Group waren dies 2008 die DAB Bank, die Deutsche Bank und die UBS auf den ersten drei Plätzen mit Assets under custody zwischen 11,8 und 3 Milliarden Euro. Konsolidierung erwartet Aufgrund erhöhter regulatorischer Anforderungen wie der neuen Dokumentationspflicht erwartet die V-Bank eine zunehmende Konsolidierung unter den Vermögensverwaltern. Es sei damit zu rechnen, dass von den derzeit rund 500 bei der Bafin gelisteten Vermögensverwaltern ein Fünftel seine KWG-Lizenz zurückgeben werde, betonte ein Sprecher der V-Bank gegenüber DAS INVESTMENT.com. Die Kernzielgruppe der V-Bank sind Vermögensverwalter, die über mindestens 50 Millionen Euro betreutes Kundenvermögen verfügen. Der Break-Even ist für das Geschäftsjahr 2010 avisiert. Ende 2011 will das Finanzinstitut mit rund 200 Vermögensverwaltern in Deutschland zusammen arbeiten. „Die Idee kommt gut an.“ „Die Idee einer wirklich unabhängigen Bank der Vermögensverwalter kommt am Markt hervorragend an", wertet Vorstandssprecher und Gründer Jens Hagemann die Anzahl an Geschäftspartnern trotz Bankenkrise und einem schwierigen Umfeld als Beleg. Als Gründe für den bisherigen Erfolg nennt Hagemann vor allem vier Punkte: „Wir beraten nicht, führen keine eigenen Privatkunden, stellen keine eigenen Produkte her und bei uns bestimmen bankenunabhängige Vermögensverwalter als Aktionäre mit.“ Die V-Bank stehe in keinerlei Konkurrenz zu den eigenen Kunden, könne sich voll und ganz auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und sei konzernunabhängig. Hintergrund: Die V-Bank AG wurde im März 2007 als HW-invest AG gegründet. Nach Erteilung der Vollbanklizenz im Februar 2008 nahm sie Ende April 2008 den Geschäftsbetrieb auf. Die ersten Mandantendepots wurden Ende des zweiten Quartals 2008 eröffnet. Das Kreditinstitut fokussiert sich auf die Depot- und Kontoführung sowie auf die Wertpapierabwicklung für bankenunabhängige Vermögensverwalter und institutionelle Kunden wie Banken, Pensionsfonds, Versicherungen oder Stiftungen. 34,6 Prozent der Aktien besitzen 30 bankenunabhängige Vermögensverwalter. Weitere 15,4 Prozent der Unternehmensanteile liegen in den Händen von Management und Mitarbeitern. Hauptaktionär ist die Wüstenrot & Württembergische AG, die 49,9 Prozent der Aktien als Finanzbeteiligung hält. Die V-Bank AG ist nicht börsennotiert.

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