Aktie mit Stromausfall RWE ist angezählt

Andreas Wahlen ist geschäftsführender Gesellschafter der WBS Hünicke Vermögensverwaltung in Düsseldorf.

Andreas Wahlen ist geschäftsführender Gesellschafter der WBS Hünicke Vermögensverwaltung in Düsseldorf.

Am 5. Oktober entschied das Oberverwaltungsgericht Münster mit Eilbeschluss, dass der Energiekonzern RWE den Hambacher Forst vorläufig nicht abholzen darf. Die Richter gaben damit einem Antrag des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) statt. Das DAX-Mitglied RWE reagierte unverzüglich, gab eine Gewinnwarnung heraus und brachte einen Stellenabbau ins Gespräch.

Der Aktienkurs kam durch die Geschehnisse heftig unter Druck. Bei rund 18,40 Euro liegt der Kurs gut 19 Prozent unter dem Jahreshöchstkurs von 22,60 Euro, den die Aktie im Sommer erreichte. Diese Bewegung hat natürlich im Chart Spuren hinterlassen.

Die Aktie, die nach mehreren Versuchen den im Jahr 2008 begonnenen, immerhin rund zehn Jahre andauernden Abwärtstrend verlassen konnte, rutschte unter die viel beachtete 200-Tage-Linie. Damit ist der Wert technisch angezählt. In den kommenden Monaten kommt es jetzt vor allem darauf an, dass die Aktie nicht unter die Trendlinie des Ende September 2015 gestarteten Aufwärtstrends fällt. Eine richtige Entwarnung kann jedoch erst dann gegeben werden, wenn es der Aktie gelingt, wieder über ihre 200-Tage-Linie zu klettern.