Nach über einem Jahrzehnt, in dem extrem billiges Geld den Wachstumsstil (Growth) und insbesondere US-Mega-Cap-Technologieaktien zu immer neuen Rekordbewertungen getrieben hat, erleben die globalen Finanzmärkte eine fundamentale Zeitenwende.

Das makroökonomische und geopolitische Umfeld hat sich drastisch verschoben. Substanzstarke Unternehmen („Value“) rücken wieder in den Fokus von Investoren, die nach robuster Wertschöpfung, Stabilität und realistischen Bewertungen suchen.

Drei zentrale Treiber stützen das aktuelle Comeback und die Outperformance von Value-Strategien.

Die Kraft von Zinsniveau und Inflationsdruck

Die Ära der Null- und Negativzinsen ist vorbei. Auch wenn Notenbanken temporäre Anpassungen vornehmen, zwingen strukturelle Inflationstreiber – wie die Dekarbonisierung, die Deglobalisierung durch geopolitische Handelskonflikte und anhaltende Haushaltsdefizite – die Zinsen auf einem historisch normalen, aber im Vergleich zur letzten Dekade deutlich höheren Niveau zu verharren.

Mathematisch entfaltet dies den klassischen Diskontierungseffekt: Da zukünftige, spekulative Gewinne von Growth-Unternehmen bei hohen Zinsen stark abdiskontiert werden, sinkt deren Barwert drastisch. Value-Unternehmen, die bereits im Hier und Jetzt starke Cashflows und verlässliche Dividenden generieren, erweisen sich in einem solchen Umfeld in aller Regel als deutlich wertstabiler.

Die fundamentale Bereinigung der KI-Euphorie

Während die letzte Zeit noch von einem teils blinden Hype rund um Künstliche Intelligenz geprägt waren, verlangen die Märkte zunehmend handfeste Erträge für die gigantischen Infrastrukturinvestitionen im Tech-Sektor. Diverse teure Wachstumsaktien geraten unter Rechtfertigungsdruck.

Geopolitische Resilienz und regionale Rotation

Die weltweite Marktkonzentration auf den US-Aktienmarkt birgt signifikante Klumpenrisiken, da die US-Leitindizes stark wachstums- und techlastig sind. Angesichts globaler Handelsspannungen, neuer Zollschranken und protektionistischer Politiken schichten Großanleger vermehrt in traditionell wertorientierte Regionen wie Europa, Japan und das Vereinigte Königreich um. Branchen wie die „Old Economy“ und systemrelevante Dienstleister punkten durch lokale Verwurzelung, starke Preissetzungsmacht bei steigenden Erzeugerkosten und greifbare Substanzwerte.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Value ist keineswegs tot, sondern agiert als notwendiger Stabilitätsanker und renditestarker Performance-Treiber in einem reiferen, zinsbehafteten Marktzyklus.

Die besten globalen Value-Fonds über drei Jahre 

Die folgende Rangliste der globalen Value-Fonds spiegelt genau diejenigen Strategien wider, die diesen Übergang in den vergangenen drei Jahren am geschicktesten gemeistert haben. Die Fondsauswahl (Aktienfonds global Value) erfolgte über Morningstar, die Sortierung nach der Performance über die Finanzsoftware FVBS. 

Quelle der Fondsdaten: FWW-Fonds-Explorer, Stand: 2. Oktober 2026 

Platz 10: Hard Value Fund - R 

  • Sektor: Aktienfonds All Cap Welt
  • Auflegung: 19.01.2023
  • Ertragsverwendung: ausschüttend
  • Fondsgesellschaft: IP Concept (Luxemburg)
  • ISIN: DE000A3D1ZP1
  • Maximal Drawdown seit Auflage: 11,13%
  • Performance YTD: 9,79%
  • Performance 1 Jahr: 10,02%
  • Performance 3 Jahre: 64,14%
  • Performance 5 Jahre: -
  • Sharpe Ratio 5 Jahre: -
  • TER: 1,79%
  • Volatilität 5 Jahre: -
  • Volumen in Mio. EUR: 57