Die lang erwartete erste Zinssenkung der Federal Reserve (die „Fed“) stand im September zweifellos im Fokus der Marktteilnehmer. Die Fed hat ihren Lockerungszyklus mit einer unerwartet starken Zinssenkung um 50 Basispunkte eingeleitet. Der Goldpreis reagierte wie erwartet und stieg am 26. September auf ein neues Allzeithoch von 2.685 US-Dollar pro Unze (untertägig) und 2.672 Dollar (bei Börsenschluss). Der Aufwärtstrend des Goldpreises wird weiterhin durch die deutliche Eskalation des Konflikts im Nahen Osten unterstützt.

Darüber hinaus haben die unerwarteten und umfangreichen geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen, die China angekündigt hat, dem Metall- und Bergbausektor insgesamt Auftrieb gegeben. Gold verzeichnete im Verlauf des Monats einen Anstieg von 5,24 Prozent (169 Dollar pro Unze) und schloss am 30. September bei 2.634,58 Dollar.

Positive Stimmung im Goldsektor, obwohl die Marktrisiken bestehen bleiben

Da Gold in diesem Jahr bisher fast jeden Monat neue Höchststände erreicht hat, ist es nicht verwunderlich, dass die Stimmung auf dem gut besuchten Gold Forum Americas und dem Precious Metals Summit, die beide jeden September in Colorado stattfanden, positiv und optimistisch war. Für Goldminenunternehmen und Investoren in Goldaktien gibt es einige ermutigende Trends, auch wenn die Marktvolatilität Aufmerksamkeit erfordert:

  • Rekord-Goldpreise führen zu Rekord-Margen und freiem Cashflow für Goldproduzenten
  • Geopolitische Unruhen und eine überraschende Zinssenkung der Fed um 50 Basispunkte trieben den Goldsektor im September an
  • Unterstützung des weiteren Schuldenabbaus
  • Steigende Dividenden und Aktienrückkäufe
  • Zunehmende Explorationsaktivitäten
  • Verbesserte Fähigkeit zur Finanzierung von Wachstumsprojekten

Risiken, die Anleger im Auge behalten sollten:

  • Höhere Goldpreise bringen erhebliche Volatilitätsrisiken mit sich, da die Preise aufgrund von geopolitischen Ereignissen schwanken können.
  • Unvorhergesehene Betriebskosten oder Verzögerungen können die finanzielle Stabilität beeinträchtigen und die Maßnahmen zum Schuldenabbau beeinträchtigen.
  • Dividenden und Aktienrückkäufe könnten gekürzt werden, wenn sich die Marktbedingungen verschlechtern oder wenn Unternehmen mit internem finanziellen Druck konfrontiert sind.
  • Die Explorationsaktivitäten können zunehmen, aber eine erfolglose Exploration kann zu erheblichen finanziellen Verlusten führen.
  • Die Finanzierung von Wachstumsprojekten kann zu einer höheren Verschuldung führen, wenn der Goldpreis sinkt oder sich die Projektlaufzeiten verlängern.

Minenunternehmen mit solider Finanzleistung

Der Sektor ist seit mehreren Jahren stabil. In letzter Zeit trieb die unerwartete Inflation die Kosten in die Höhe, was dazu führte, dass die Unternehmen ihre Ziele verfehlten und die Anleger enttäuschten, insbesondere im Jahr 2022. Die Unternehmen haben jedoch daran gearbeitet, die Kosten zu senken und die Effizienz zu verbessern, was dazu beigetragen hat, diese steigenden Kosten in den Griff zu bekommen. Jetzt, da die Inflation nachgelassen hat, haben sie ihre Betriebskosten besser im Griff.

 

Wenn der Goldpreis steigt, steigen auch die Margen der Goldproduzenten. Im dritten Quartal 2024 erreichte der durchschnittliche Goldpreis einen Rekordwert von 2.474 Dollar pro Unze, verglichen mit 1.927 Dollar pro Unze im dritten Quartal 2023. Dieser Preisanstieg hat zu einer Ausweitung der operativen Margen um etwa 100 Prozent geführt. Das bedeutet, dass sich die Gewinnspanne bei der Goldproduktion ungefähr verdoppelt hat.

Wenn die Kosten eines Goldproduzenten pro Unze stabil bleiben, schlägt sich ein höherer Verkaufspreis direkt in einem höheren Gewinn pro Unze nieder. Diese Margenausweitung ist ein Hauptgrund für die derzeitige Begeisterung am Goldaktienmarkt.

Wie sich Goldunternehmen jetzt positionieren

Wir trafen und besuchten Präsentationen mit über 50 Unternehmen auf dem Gold Forum Americas und weiteren 35 Unternehmen auf dem Precious Metals Summit.

Die Botschaft der Produzenten hat sich in den letzten Jahren nicht wesentlich geändert:

  • Fokus auf Wertschöpfung durch Kostenkontrolle
  • Operative Effizienzen
  • Disziplinierter Einsatz von Wachstumskapital
  • Engagement für die Rendite der Anteilseigner

Der entscheidende Unterschied war diesmal, dass die Managementteams mehr Vertrauen in ihre Fähigkeiten zur Umsetzung ihrer Strategien zu haben schienen und sich bei der Diskussion über Wachstumspläne wohler fühlten. All dies wurde durch die Vorteile eines viel höheren Goldpreises ermöglicht. Die Unternehmen betonen weiterhin, dass sie Qualität über Quantität und Wert über Volumen stellen, was für uns ein sehr positives Signal ist.

Junior-Bergbauunternehmen prüfen Konsolidierungsmöglichkeiten

Die Junior-Unternehmen (Entwickler und aufstrebende Produzenten) trafen sich auf den Konferenzen mit anderen Unternehmen, was zu einem Anstieg der Fusionen und Übernahmen im Sektor führen könnte. Das ist eine gute Nachricht, denn wir glauben, dass der Goldsektor dringend einer Konsolidierung bedarf. Bei diesen Goldpreisen sind mehr Projekte realisierbar, was zu einer potenziellen Ausweitung des Junior-Investitionsuniversums führt.

Die Fristen für die Erteilung von Genehmigungen haben sich jedoch nicht verbessert, was die kleineren Unternehmen, die sich in der Entwicklungsphase befinden, erheblich beeinträchtigt hat. Projekte brauchen einfach länger, um gebaut zu werden, und der Markt ist nicht bereit zu warten. Da sich Gold auf einem Allzeithoch befindet, liegt der Schwerpunkt kurz- und mittelfristig auf der Generierung von Cashflow. Die Unternehmen, die lange Zeiträume bis zur Produktion haben, haben sich im Allgemeinen unterdurchschnittlich entwickelt.

Über die Autorin:
Imaru Casanova ist Portfoliomanagerin Gold und Edelmetalle bei Vaneck.