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Menschen mit Mundschutz an einer Straßenbahnhaltestelle in Mannheim: Die Corona-Pandemie hat auch die Kapitalmärkte einbrechen lassen. | © imago images / Ralph Peters Foto: imago images / Ralph Peters

Vanguard-Spezialisten ziehen Krisen-Fazit

„ETFs waren Stoßdämpfer der Rentenmärkte“

Nusrath Hussain und Mark Fitzgerald
Foto: Vanguard

Die vergangenen Wochen waren alles andere als Routine. Weltweite Lockdowns, beispiellose Konjunkturpakete und ein sprunghafter Anstieg der Volatilität wurden zur neuen Normalität in einer Phase größter Ungewissheit – nicht zuletzt am europäischen ETF-Markt.

Das ETF-Handelsvolumen ist im vergangenen Monat explodiert und hat am 20. März seinen Höhepunkt erreicht. An Spitzentagen überstieg das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen (ADV) aller in Europa gehandelten Vanguard-Ucits-ETFs das Normalniveau um das Zweieinhalbfache. Insgesamt zogen Anleger im März rund 24 Milliarden US-Dollar aus europäischen ETFs ab, wovon Aktien- und Anleihefonds in etwa gleichstark betroffen waren. Seitdem haben die Mittelabflüsse jedoch abgenommen. Bei Vanguard haben sich Käufe und Verkäufe in etwa die Waage gehalten.

Wir blicken zurück auf einen der volatilsten Monate in der Geschichte der europäischen ETF-Industrie und wollen überprüfen, wie sich Liquidität und Preisfindung der Fonds in diesem Marktumfeld gehalten haben. Da der Handel der Basiswerte bei Anleihefonds weniger transparent und daher komplizierter ist als bei Aktien, konzentrieren wir uns in unserer Analyse auf diese Asset-Klasse.

Preisfindung unter erschwerten Bedingungen

Als im März die Volatilität an den Märkten ihren Höhepunkt erreichte, verzeichneten Anleihe-ETFs große Abflüsse, obwohl Anleihen mit sehr kurzer Laufzeit (unter einem Jahr) weiterhin Zuflüsse verbuchten. Grund dafür war, dass Anleger für höhere Liquidität auch höhere Preise in Kauf nahmen. Anfang April floss zudem Geld in Corporate-Bond-ETFs (in US-Dollar, Euro und Britischen Pfund).

Anleihe-ETFs sind tendenziell liquider und werden häufiger gehandelt als die Anleihen, in die sie investieren. Wie sich an den Kursen ablesen lässt, erreichen Veränderungen im Marktumfeld diese ETFs in der Regel schneller als ihre Basiswerte. Daher kann es zu Abweichungen zwischen dem Preis eines ETF und seinem Nettoinventarwert (NAV) kommen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Nettoinventarwert der Fonds zu Handelsschluss der Rentenmärkte berechnet wird, wenn der entsprechende ETF bereits nicht mehr gehandelt wird. Insofern besteht eine natürliche Zeitdifferenz zwischen dem Schlusskurs des ETF und der Feststellung seines NAV. 

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