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Vermögensverwalter Rolf Ehlhardt ist tätig für die I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung Mannheim. | © I.C.M.

Vemögensverwalter Rolf Ehlhardt Der nächste schwarze Schwan könnte US-Dollar heißen

Bis 2017 haben die Niedrigstzinsen in den USA zu einem regelrechten Konsumrausch geführt. Die Kreditkarten-, Auto- und Immobilienfinanzierungen erreichten Rekordhochs. Ebenso die Studentenkredite. Trump hat den Aufschwung mit einem Rekorddefizit finanziert. Behält die Regierung dieses Neuverschuldungstempo bei, hat die USA in den nächsten Jahren ein Kreditproblem.

Amerikas Wirtschaft ist sehr zinssensibel. Auch, weil das Wachstum mit über 70 Prozent vom Konsumverhalten abhängt. Ein höherer Kreditzins bedeutet aber für den schon hoch verschuldeten Amerikaner, dass er einen noch größeren Teil seines Gehaltsschecks für Zinszahlungen verwenden muss. Er kann weniger konsumieren und er ist weniger kreditwürdig. Die gestiegenen Zinsen verschärfen die Risiken für die ordnungsgemäße Rückzahlung der Kredite zusätzlich.

Der Effekt, dass viele Verbraucher jetzt konsumieren und die Nachfrage in den kommenden Jahren fehlt, bedeutet für die Unternehmen, dass sie ihre Gewinne nicht mehr über die Masse erzielen können, sondern die Margen erhöhen müssen. Paradoxe Folge: Die Preise für die Produkte steigen, obwohl das Wachstum rückläufig ist. Folge: Die Inflation steigt weiter. Die Fed könnte gezwungen sein, in einer Schwächephase der Wirtschaft die Zinsen zu erhöhen. Aber weniger stark, wie die Inflation anzieht. Und dann steigen die Zinsen erst recht. 1980 waren die Zinsen aus Angst vor weiter steigender Inflation zweistellig. Allerdings hatten die USA damals auch nur 1,3 Billionen Schulden. Bei heute über 21 Billionen rechnet sich das anders.

Fed könnte neues Quantitative Easing starten

Geht die Trumpsche Verschuldungsorgie weiter, resultiert daraus in drei Jahren ein Schuldenberg von etwa 25 Billionen. Erhöhen sich die durchschnittlichen Kreditzinsen nur auf vier Prozent im Jahr, verdoppeln sich die Zinskosten im Haushalt von derzeit 500 Milliarden um weitere 500 Milliarden Dollar. Der Staat würde sich also nicht um eine Billion Dollar neu verschulden, sondern um 1,5 Billionen.

In diesem Szenario liegt die Vermutung nahe, dass die Fed mit einem QE 4 reagiert. Trotzdem könnten die Zinsen weiter steigen. Spätestens dann führen die erfolglosen Versuche der Fed die Zinsen in den Griff zu bekommen, zu einem Vertrauensverlust in die amerikanische Währung. Der fallende Dollarkurs erhöht über die Importe die Inflation und damit die Angst, sie wird noch weiter steigen.

Die Zinsen steigen weiter und belasten die Wirtschaft noch mehr. Die Kreditausfallquoten erhöhen sich drastisch. Der Dollar wird noch billiger. Aber wer will eine Reservewährung, die fällt? Die Dollarverkäufe würden sich verstärken. Russland, China, Japan, Indonesien, Iran, Katar, Türkei, Venezuela sind heute schon auf der Verkäuferseite. Ein Euro-Dollar-Kurs von 1,60 oder gar 2 Euro wäre möglich? Ein solcher black swan würde die Welt in die nächste Finanzkrise stürzen.

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