Weizenernte in Südaustralien: Australien exportiert enorme Mengen an Rohstoffen, was seine Währung mit der Weltwirtschaft steigen und fallen lässt. | © imago images / UIG / Nick Rains Foto: imago images / UIG / Nick Rains

Verblüffender Gleichlauf

Was Yen, Aussie-Dollar und Unternehmensanleihen verbindet

Bei der DWS fragt man sich angesichts der wieder deutlich gestiegenen Finanzmärkte, wie sehr das mit den Zentralbanken zu tun hat. Deshalb vergleichen die Devisenstrategin Stefanie Holtze-Jen einmal europäische Unternehmensanleihen mit dem Wechselkurs Japanischer Yen zu Australischem Dollar. Erstere kann die Europäische Zentralbank direkt kaufen (und tut es auch), letztere bleiben von ihr unberührt. Allerdings gilt der Yen als sicherer Hafen, wenn Anleger weltweit mal wieder die Furcht packt. Der Dollar hingegen wertet als klassische Rohstoffwährung immer dann auf, wenn Anleger die rosarote Konjunkturbrille aufsetzen.

Erstaunlicherweise bewegen sich beide Märkte nahezu im Gleichlauf, wie die obige Grafik zeigt. Bei der DWS folgert man daraus: Auch wenn die Zentralbanken in einigen Segmenten gezielt eingreifen, strahlen ihre Interventionen letztlich auf alle Anlageklassen durch. Wobei Holtze-Jen Zweifel hegt, ob das so bleibt, wenn die Konjunktur wieder an Schwung verliert, die Geldpolitik aber weiter so großzügig bleibt. Sie stellt fest, dass sich die Währungspaare wie selten zuvor von fundamentalen Aspekten gelöst haben:

Durch die Nahe-Nullzinspolitik fast aller großen Zentralbanken ist das Zinsdifferenzial als Treiber der Devisenkurse vorerst entfallen. Die Risikowahrnehmung tritt damit in den Vordergrund. Als Gradmesser für die Risikoneigung der Anleger funktioniert unserer Meinung nach derzeit der Yen sehr gut, vor allem gegenüber dem australischen Dollar. Anders gesagt: An schwachen Markttagen ist man im Yen weiter gut aufgehoben.

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