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Angst vor Altersarmut Verbraucherzentralen fordern Reform der privaten Altersvorsorge

Freiberufler
Freiberufler: Die Sorgen um den Lebensstandard im Alter wachsen. | Foto: Andrey Popov / Getty Images

Die deutsche Altersvorsorge ist im Wahlkampf angekommen. Nun meldet sich auch Klaus Müller, Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, zu Wort. Gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“ sagte er, eine Alternative zur bisherigen Riester-Rente sei erforderlich – ganz gleich, wie die nächste Regierungskonstellation aussehe. Aktuell verkaufe die Versicherungswirtschaft Produkte, die nur aufgrund der Riester-Förderung einigermaßen lukrativ seien, aber ansonsten nicht rentabel. Neue Angebote müssten renditestark, kostenarm und wesentlich besser sein.

Das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal. Geht denn das? „Ja“, sagen die Verbraucherzentralen und verweisen auf ihr Konzept für eine Extra-Rente. Arbeitnehmer sollen demnach automatisch über ihren Arbeitgeber in die zusätzliche Vorsorge einzahlen. Ein öffentlicher Träger soll dann Fondsmanager beauftragen, das Geld am Kapitalmarkt anzulegen. Vertriebskosten und Provisionen sollen dabei nicht anfallen.

Derweil verlieren die bestehenden Rentenmodelle an Rückhalt bei den Bürgern. Die monatelangen Lockdowns in der Corona-Pandemie betrafen Selbstständige finanziell besonders. Auch das hat Folgen für die Altersvorsorge. Die Sorge vor Altersarmut ist unter ihnen so groß, dass ein Großteil eine mögliche Versicherungspflicht für Selbstständige befürwortet. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Ergo Versicherung.

46 Prozent geben an, als Konsequenz der Pandemie kein oder weniger Geld für das Alter zurücklegen zu können. 9 Prozent müssen zurzeit sogar die eigenen Rücklagen anzapfen, die sie einst für das Alter einplanten. 49 Prozent sagen, dass sie sich vor Geldmangel im Alter fürchten. Eine verpflichtende Altersvorsorge für Selbstständige befürworten 46 Prozent.

Auch der digitale Versicherungsmakler Clark hat sich im Volke umgehört. Zusammen mit dem Umfrage-Institut YouGov befragte er im Mai 2020 und Januar 2021 jeweils mehr als 1.000 Bürger in ganz Deutschland. Rund 27 Prozent von ihnen halten es demnach für wahrscheinlich, dass das Rentensystem in Deutschland zusammenbricht und jeder Zehnte ist der Ansicht, im Alter gar keine Rente mehr vom Staat zu erhalten.

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