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Verdacht auf Kreditbetrug: Ex-Beluga-Chef angeklagt

Verdacht auf Kreditbetrug: Ex-Beluga-Chef angeklagt
Wirtschaftskrimi in Bremen geht in die nächste Runde: Nach einer fast zweijährigen Ermittlung hat die Staatsanwaltschaft Bremen nun Anklage gegen Niels Stolberg erhoben. Die Behörde wirft dem ehemaligen Chef und Gründer der Beluga-Reederei Kreditbetrug in 16 Fällen vor.

Stolberg soll zwischen 2006 und 2010 bei 20 Schiffsneubaufinanzierungen die kreditgebenden Banken betrogen haben, indem er die Investitionskosten bewusst zu hoch ansetzte. Die Staatsanwaltschaft schätzt die Summe, die der Ex-Beluga-Chef zu Unrecht von Kreditinstituten verlangte, auf mehr als 93 Millionen Euro. Dadurch sei die Fremdfinanzierungsquote auf bis zu 100 Prozent gestiegen.

2010 geriet die Reederei in eine finanzielle Schieflage und holte die US-Investmentgesellschaft Oaktree mit knapp 200 Millionen Euro an Bord. Oaktree übernahm 49,5 Prozent der Anteile von Beluga; die restlichen 50,5 Prozent verblieben in Stolbergs Besitz.

Im Februar 2011 teilte das Beluga-Management Oaktree mit, dass man zusätzliche finanzielle Mittel benötige. Bei einer genaueren Prüfung stieß der Investor nach eigenen Angaben auf Unregelmäßigkeiten bei Umsatz und Liquidität und zeigte den Firmengründer Stolberg an. Im März 2011 meldete Beluga Insolvenz an.

Neben Stolberg ist ein weiterer Ex-Manager des Unternehmens angeklagt.
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