Studie des InVV Vergreisen die Kunden der Vermögensverwalter?

Seit dem Jahr 2015 nimmt der Anteil der älteren Kunden stetig zu. Anleger über 60 Jahre machen inzwischen 42 Prozent des Kundenstamms aus und jeder fünfte Kunde ist sogar älter als 70 Jahre. Gleichzeitig gewinnt die Branche anteilig kaum Anleger unter 50 Jahren hinzu. Setzt sich dieser Trend fort, könnten die Kunden der Vermögensverwalter vergreisen. Davor warnt das Institut für Vermögensverwaltung (InVV) an der Technischen Hochschule Aschaffenburg in einer aktuellen Langzeit-Studie.

Das InVV wählte die Antworten all jener unabhängigen Vermögensverwalter aus, die an mindestens sieben der inzwischen acht Umfragen teilgenommen haben. Dem Kreis der Teilnehmer gehörten pro Jahr durchschnittlich 43 Unternehmen an. Davon verwalteten 17 ein Vermögen von 150 bis 500 Millionen Euro und 12 ein Vermögen von 50 bis 150 Millionen Euro. Sechs der verbleibenden 11 Unternehmen verwalteten über 500 Millionen und fünf von ihnen weniger als 50 Millionen Euro. Drei Firmen hatten dazu keine Angaben gemacht.

Bei der ersten Umfrage im Jahr 2014 nahmen die Anleger über 60 Jahre einen Anteil von 39 Prozent am Kundenstamm ein. „Im Jahr 2021 kam diese Alterskohorte bei unserer Panel-Gruppe auf eine Quote von 42 Prozent. Dabei haben vor allem die über 70-Jährigen zugelegt – und zwar um satte fünf Prozentpunkte“, sagt Hartwig Webersinke, Leiter des InVV.

Vonseiten der Jüngeren kommt jedoch aus jetziger Sicht kaum Entlastung: Der Anteil der 30- bis 50-Jährigen stagniert seit Jahren bei rund 27 Prozent. Für Webersinke ist klar: „Die Frage, wie die unabhängigen Vermögensverwalter junge Generationen gewinnen kann, wird immer dringender. Die demografische Uhr für die Branche tickt.“ Das InVV beobachtet zudem, dass die Geschäftsführer von Vermögensverwaltungen im Durchschnitt knapp 60 Jahre alt sind oder zumindest die Schwelle von 55 Jahren überschritten haben.

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