Veritas ETF-Dachfonds

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Markus Kaiser setzt auf Passivität: Zumindest bei der Auswahl von Investmentfonds. Der von ihm gemanagte Veritas ETF-Dachfonds (WKN: 556167) ist ausschließlich mit börsengehandelten Indexfonds bestückt. Diese sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs) zeichnen sich dadurch aus, dass Anleger die Fondsanteile wie Einzeltitel an der Börse kaufen und verkaufen können. Dafür fallen Transaktionskosten der jeweiligen Börse an, ein Ausgabeaufschlag wird aber nicht fällig.

Fondsgesellschaft des ersten Dachfonds in Deutschland, der nur in ETFs investiert, ist die Veritas SG Investment Trust. Sie ist zwar ein Unternehmen der Société Générale, doch im Portfolio des Dachfonds befinden sich nicht nur Produkte der Lyxor Asset Management, der ETF-Tochter des französischen Finanzkonzerns.

Kaiser kann sich alle in Deutschland zugelassenen ETFs ins Portfolio holen. Zurzeit sind das 325. Gibt es für einen Index mehrere Produkte, die ihn abbilden, entscheidet sich Kaiser für dasjenige mit den niedrigsten Verwaltungsgebühren. Wenn er über Futures günstiger als mit einem ETF in einen bestimmten Markt investieren kann, entscheidet sich Kaiser für die Derivate.

Das so zusammengestellte Portfolio aus etwa 30 passiven Anlageprodukten wird von Kaiser aktiv gemanagt. Das heißt, er bestimmt wie ein Vermögensverwalter, welche Anlageklassen, Branchen und Regionen in den Fonds kommen und welches Gewicht sie im Gesamtportfolio ausmachen.

Den Aktienanteil des Fonds kann Kaiser flexibel zwischen 0 und 100 Prozent hoch- und herunterfahren. Zurzeit beträgt er 44,5 Prozent. Die Barquote liegt bei 5,4 Prozent. Die restliche Hälfte des Fonds machen Renten (32,5 Prozent) und Geldmarkttitel (17,5 Prozent) aus.

Größter Zielfonds des Portfolios ist mit einem Anteil von 13,5 Prozent ein ETF der Deutsche-Bank-Tochter X-Trackers, der den europäischen Geldmarktsatz Eonia abbildet. Auf Platz 2 und 3 folgen Produkte der Barclays-Tochter Ishares für amerikanische (8,8 Prozent) und Euro-Staatsanleihen (6,7 Prozent).

„Engagements in Europa bilden unseren Anlageschwerpunkt“, erklärt Kaiser. Europäische Renten stellen mit 23,7 Prozent die wichtigste Anlageklasse des Fonds dar. Genau ein Fünftel des Fonds ist außerdem in den europäischen Aktienmarkt investiert. Ein Lyxor-ETF für den MSCI Europa macht 5,2 Prozent des Fondsvolumens aus und kommt damit auf Platz 4 der größten Zielfonds.

„Durch einen Positionsaufbau im Easy ETF für den GSCI profitierten wir vom aktuellen Höhenflug der Energie- und Rohstoffpreise, obwohl der Ölpreis von nahe 100 US-Dollar pro Barrel belastend auf den Aktienmarkt wirkt“, so Kaiser weiter. „Außerdem lieferte ein Engagement in erneuerbaren Energien über den Ishares-ETF für den Global Clean Energy Index einen positiven Ergebnisbeitrag.“

„Beim ETF-Dachfonds stehen nicht Fondsmanager, sondern Märkte im Vordergrund“, erläutert Kaiser seine Investmentphilosophie. „Dabei legen wir größten Wert auf die Mischung der Anlageklassen und auf das Timing, also die Entscheidung, wann in welche Märkte investiert werden soll.“

Diese Entscheidung trifft Kaiser mit Hilfe eines mathematischen Trendphasenmodells. Dazu fließen verschiedene Kapitalmarktdaten mit unterschiedlichen Gewichten in eine Gesamtnote für den untersuchten Markt ein. „Das gibt uns Ausgangspunkte für antizyklische Investments“, erläutert Kaiser.

„Bildet sich aus einer Trendumkehr ein neuer Abwärtstrend aus, überwiegt in der Regel das Risiko, dass sich die Abwärtsbewegung fortsetzt.“ Dann sei dieser Markt konsequent zu meiden. „Zeichnet sich aber nach einem Abwärtstrend eine Bodenbildung ab, überwiegt die Chance auf Kurssteigerungen das Risiko.“

Der Fonds wurde am 2. April vergangenen Jahres aufgelegt. Seitdem sammelte er Anlegergelder von 24,5 Millionen Euro ein. In den ersten 9 Monaten erwirtschaftete Fondsmanager Kaiser mit seiner quantitativen ETF-Strategie eine Rendite von 4,7 Prozent.

Ebenso wie für die einzelnen ETFs bezahlen Anleger auch beim ETF-Dachfonds keinen Ausgabeaufschlag. Fondsanteile können sie aber nicht nur über die Börse bekommen, sondern über alle gängigen Vertriebskanäle. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 1,5 Prozent. Hinzu kommt eine 15-prozentige Erfolgsgebühr: Sie wird für denjenigen Teil der Rendite fällig, der über 5 Prozent liegt.

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