Vermögenden Privatanlegern in Deutschland fehlt Finanzwissen

Durch die Schwankungen an den Finanzmärkte und die Schuldenkrise sind deutsche Privatanaleger verunsichert. Außerdem fühlen sie sich in Finanzthemen schlecht informiert - insbesondere bei alternativen Anlagen schätzen sie ihr eigenes Wissen als gering ein. Das ist das Ergebnis einer Studie von Coredata, die im Auftrag des Vermögensverwalters Natixis Global Asset Management durchgeführt wurde. Dabei wurden 500 vermögende Privatanleger befragt, mit einem durchschnittlichen Anlagevermögen von gut 600.000 Euro.

Demnach schätzen 76 Prozent der deutschen Teilnehmer das eigene Finanzwissen als „schwach“ ein. Die Hälfte von ihnen offenbarte zudem, dass sie keine klare Strategie zum Erreichen der eigenen finanziellen Ziele haben. Trotzdem stehen nur 27 Prozent der Befragten in regelmäßigem Kontakt zu ihrem Finanzberater, während knapp die Hälfte (42 Prozent) sich nie mit einem Finanzberater austauscht.

Mit 69 Prozent sind mehr als zwei Drittel der Befragten durch die Kurschwankungen an den Finanzmärkten verunsichert. Die überwältigende Mehrheit (87 Prozent), macht sich darüber hinaus Sorgen wegen der Schuldenkrise.

Bei Anspruch und Wirklichkeit klafft zudem eine große Lücke: Zwar haben 68 Prozent der Umfrageteilnehmer das Ziel, ihr Vermögen langfristig zu vermehren. Gleichzeitig sind 59 Prozent nicht bereit, zusätzliche Risiken einzugehen. Insgesamt seien deutsche Privatanleger sehr defensiv aufgestellt, bedingt durch den Neuen Markt, den Absturz der Telekom Aktie und durch die Finanzkrise, so Jörg Knaf, Leiter für Nordeuropa bei Natixis.

Auch das Thema alternative Investments ist mit Unsicherheit behaftet. Die Mehrheit (65 Prozent) glaubt nicht, dass traditionelle Anlagen wie Aktien oder Anleihen langfristig ausreichen, um mit überschaubarem Risiko Gewinne zu machen. Da jedoch 71 Prozent der vermögenden Privatanleger nicht viel von alternativen Anlagen verstehen, sind nur 28 Prozent in solchen investiert.

Anders als in Deutschland plant in Großbritannien (68 Prozent) und den Vereinigten Staaten (72 Prozent) die Mehrheit, in der nächsten Zeit  in alternative Anlageklassen zu investieren. Hierzulande gaben nur 56 Prozent an ihr Portfolio mit alternativen Methoden diversifizieren zu wollen und auch nur, wenn es ihnen ihr Anlageberater empfiehlt.

Mehr zum Thema
Wendepunkt an Europas Aktienmärkten steigert Gewinnpotential Anleger sehen nach Summers-Ausstieg Schub für Emerging Markets Neue Investmentfonds bringen selten Mehrwert