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Vermögensverwalter Andreas Enke Große Unterschiede bei Nachhaltigkeits-Indizes

Braunkohlekraftwerk Weisweiler in Eschweiler: Um als Versorger in den MSCI-SRI-Index aufgenommen zu werden, gelten großzügige Bedingungen.
Braunkohlekraftwerk Weisweiler in Eschweiler: Um als Versorger in den MSCI-SRI-Index aufgenommen zu werden, gelten großzügige Bedingungen. | Foto: imago images / blickwinkel
Andreas Enke
Foto: Geneon Vermögensmanagement

Das Thema Nachhaltigkeit ist en vogue - mittlerweile auch in der Finanzbranche. Nach Angaben des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) sind allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz nachhaltig gemanagte Investments im Jahr 2018 auf 474 Milliarden Euro gestiegen. Das bedeutet ein Plus von fast 48 Prozent.

Kein Wunder, dass Fonds aus dem Boden schießen, die für sich in Anspruch nehmen, soziale und ethische Kriterien zu berücksichtigen. Auch immer mehr Vermögensverwalter legen nachhaltige Investment-Strategien auf.

Gerade für kleinere Fondsgesellschaften und Vermögensverwalter ist es allerdings kaum möglich, auf Einzelwert-Ebene ein Nachhaltigkeits-Research durchzuführen. Das geben in der Regel die personellen Kapazitäten nicht her. Häufig mangelt es auch noch am notwendigen Know-how. Gleichzeitig ist der Einkauf von Nachhaltigkeits-Analysen von spezialisierten Rating-Agenturen vergleichsweise kostspielig.

Die Krux mit den Indizes

Eine praktikable Alternative bietet die Orientierung an entsprechenden Nachhaltigkeits-Indizes. Wenn diese die Grundlage für das Investment-Universum bilden, ist das Problem auf einen Schlag gelöst - zumindest auf den ersten Blick. Beim näheren Hinsehen zeigen sich jedoch auch hier - vorsichtig ausgedrückt - Unschärfen und Fallstricke. Häufig sind die entsprechenden Indizes bei Weitem nicht so umweltverträglich und ethisch, wie es zunächst scheint.

Ein Beispiel: Der amerikanische Finanzdienstleister MSCI bietet gleich zwei Nachhaltigkeits-Indizes an: Den MSCI ESG und den MSCI SRI. Der MSCI ESG wählt aus dem Mutter-Index die Firmen aus, die in den verschiedenen Sektoren über die höchsten ESG-Ratings verfügen. Zudem sind die Bereiche Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Kernenergie, Rüstung und zivile Feuerwaffen vom Investment-Universum ausgeschlossen - zumindest halbwegs.

Die konkreten Ausschlusskriterien sind allerdings recht weit gefasst. Bei Alkohol gilt beispielsweise eine Grenze von 50 Prozent des Umsatzes oder ein Maximalwert von einer Milliarde Dollar pro Jahr. Bei Firmen aus den Bereichen Tabak und Glücksspiel gelten dieselben Ausschlusskriterien. Bei Herstellern von Waffen fürs Militär ist sogar ein Umsatz von bis zu drei Milliarden Dollar pro annum erlaubt. Und Energieversorger dürfen bis zu sechs Gigawatt mit Kernreaktoren erzeugen, bevor sie aus dem Index rausfliegen. Das entspricht in etwa der Leistung von vier bis fünf durchschnittlich großen Atomkraftwerken.

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