Klima-Protest von Extinction Rebellion in London: Auch nachhaltige Anlagen sind auf dem Vormarsch. | © Getty Images

Verflixte neue Welt

Wie sich nachhaltiges Investieren praktisch umsetzen lässt

ESG-konformes Investieren ist angesagt. Doch wie komplex dieses Thema ist, zeigen zum Beispiel die Diskussionen über Elektroautos, die die Bundesregierung jetzt noch stärker fördern will, um das Klima weniger zu belasten. Das fängt schon mit dem Strom an, der geladen wird. Es liegt auf der Hand, dass Elektroautos eigentlich nur dann ökologisch Sinn machen, wenn sie Strom aus erneuerbaren Energiequellen nutzen, und keinen Kohlestrom.

Doch damit ist es nicht getan. Bei der Herstellung der Lithium-Ionen-Akkus fallen große Mengen an Kohlendioxid an, auch wenn in der Presse zum Teil über falsch und damit zu hoch berechnete Emissionsmengen berichtet wird. Dazu kommt, dass sich die Batterien, Stand heute, nicht wirtschaftlich recyceln lassen. Und die Förderung der Batteriemetalle Kobalt und Lithium ist häufig mit starken Umweltbelastungen verbunden. Diese Aussagen betreffen nur den ökologischen Aspekt.

Nachhaltigkeit umfasst jedoch auch soziale Kriterien und solche der guten Unternehmensführung (Governace). Beim Gros der E-Auto-Akkus stammt das benötigte Kobalt aus dem afrikanischen Land Kongo. Der Abbau findet dort in der Regel nicht nur unter starken Belastungen der Umwelt, sondern auch der Menschen statt. Spiegel online titelte neulich: „Kobaltförderung im Kongo - Hier sterben Menschen für unsere Akkus“.

Außerdem gehört in dem Land Kinderarbeit zum Alltag. Das Thema wird durch das dritte Kriterium, die Corporate Governance, noch komplexer. Dies soll kein Plädoyer gegen Tesla & Co sein. Vielmehr geht es darum, an einem einfachen Beispiel zu verdeutlichen, wie vielfältig und kompliziert nachhaltiges Investieren ist.

Erweiterung des magischen Dreiecks

Die „klassische“ Geldanlage betrachtet bisher ausschließlich die ökonomischen Aspekte Rendite, Sicherheit und Liquidität. Beim ethisch-nachhaltigen Investieren wird dieses „magische Dreieck“ um die Dimensionen Ökologie, Sozialverträglichkeit und gute Unternehmensführung erweitert.

Wollen Anleger nachhaltig-ethisch investieren, müssen sie ihr individuelles Anlageprofil hinsichtlich der ESG-Kriterien definieren - analog zu den finanziellen Kriterien Rendite, Sicherheit und Liquidität. Dabei gibt es verschiedene Herangehensweisen, um sich praktisch dem Thema zu nähern.

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