Iris Bülow (Redakteurin)Lesedauer: 2 Minuten

Studie des InVV Vermögensverwalter betreuen immer mehr Geld

Kundengespräch
Kundengespräch: Vermögensverwaltung ist eine prosperierende Branche, bestätigt eine Studie der TH Aschaffenburg. | Foto: imago images / Shotshop

Unabhängige Vermögensverwaltungshäuser betreuen für ihre Kunden zunehmend höhere Summen. Zu dem Ergebnis kommen die Autoren einer längerfristig angelegten Studie des Instituts für Vermögensverwaltung (InVV) an der Technischen Hochschule Aschaffenburg. Das Institut wird von dem Finanzprofessor Hartwig Webersinke geleitet.

In die jüngste Auswertung flossen die Selbstauskünfte von Vermögensverwaltern ein, die seit dem Start der Beobachtung 2014 an mindestens sieben von acht Befragungen des InVV teilgenommen haben. Die 43 Vermögensverwalter, die das Kriterium erfüllten, dienten als Panel-Gruppe. Insgesamt zählt die V-Bank in Deutschland rund 500 Vermögensverwalter, die mit einer Lizenz nach Paragraf 32 Kreditwesengesetz und unabhängig von Banken und Versicherungskonzernen agieren.

Laut der Studie haben sich die verwalteten Mittel der Vermögensverwalter seit 2014 nicht nur leicht erhöht, sondern mehr als verdoppelt. Von einem Median von 110 Millionen Euro 2014 stiegen sie auf im Median 232 Millionen Euro 2021. Der Median gibt den mittleren Wert an, von dem aus gesehen die eine Hälfte der Vermögen größer und die andere kleiner ist.

Häuser arbeiten effizienter

Den Löwenanteil des verwalteten Vermögens, 82 bis 87 Prozent, stammt dabei von Privatkunden. Unternehmen machten in dem Zeitraum nur zwischen sieben und zehn, Stiftungen fünf bis sechs Prozent aus.

Auch die mittlere Kundenzahl hat seit 2014 zugelegt: Im Median betreuten die Vermögensprofis 215 Kunden (im Durchschnitt 321) im Jahr 2014. Im laufenden Jahr 2021 sind es bereits 360 (im Durchschnitt 500) Kunden.  

Das Anlageergebnis der Häuser kann sich ebenfalls sehen lassen. So haben die Häuser seit 2013 ein kumulatives Plus von 56,2 Prozent erzielt – aufs Jahr gerechnet sind das 5,34 Prozent Rendite vor Kosten.

Die Häuser arbeiten außerdem zunehmend effizienter: So hat sich die Eigenkapitalrendite vor Steuern im Beobachtungszeitraum deutlich erhöht, stellt das InVV fest. 2021 wiesen 45 Prozent der Panel-Teilnehmer eine Eigenkapitalrendite von mehr als 30 Prozent aus – zum Zeitpunkt der ersten Studie konnte das noch kein einziges Haus vorweisen. Insgesamt kommen rund vier von fünf unabhängigen Vermögensverwaltern mittlerweile auf zweistellige Eigenkapitalrenditen.

Angesichts der für Vermögensverwalter erfreulichen Ergebnisse bezeichnet Studienleiter Webersinke die unabhängige Vermögensverwaltung als „eine florierende Branche, die stark wächst und weiteres Potenzial hat“.

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