Vermögensverwalter: Ende 2011 steht der Dax bei 7.600 Punkten

Quelle: Getty Images

Quelle: Getty Images

// //

Aktien deutscher Unternehmen sind im kommenden Jahr ein Muss in den Depots der Anleger, so das Ergebnis einer Umfrage unter 160 Vermögensverwaltern zur Geldanlage 2011, die von der Münchener V-Bank durchgeführt wurde. 93 Prozent der befragten unabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland vertreten diese Meinung.

Die Konjunkturlokomotive Deutschland werde weiterhin vom Export seiner Produkte profitieren und im Euroland eine Sonderstellung einnehmen, schätzen die Experten. Allerdings erwarten viele von ihnen, dass es im Frühjahr zu einer Zwischenkonsolidierung kommt.

Anleger sollten zudem Aktien von Unternehmen aus Schwellenländern wie Brasilien, Indien oder China kaufen, um vom hohen Wirtschaftswachstum in diesen Ländern zu profitieren.

Dax-Stand: 7.600 Punkte Ende 2011

Den Stand des Dax sehen die Profis bis zum Ende des kommenden Jahres im Schnitt bei 7.600 Punkten. Das wäre ein Wertzuwachs von gut 12 Prozent. Einige Vermögensverwalter gehen sogar von einem Niveau deutlich über 8.000 Punkten aus. Insgesamt sind 81,5 Prozent der Teilnehmer Optimisten und sehen den Dax höher als 2010.

Anders sieht hingegen die Prognose für den Dow Jones Industrial Index aus. Lediglich 40 Prozent der Befragten gestehen dem US-amerikanischen Index ein Aufwärtspotenzial zu. Die Optimisten glauben im Schnitt an einen Wertzuwachs von fast 10 Prozent auf 12.000 Punkte im kommenden Jahr. Fast jeder zweite Umfrageteilnehmer geht von einem unveränderten Stand aus; 15 Prozent glauben an sinkende Kurse in den USA.

Noch weniger optimistisch zeigen sich die Geldverwalter beim Eurostoxx 50. Hier sehen sie in der Mehrzahl (59 Prozent) zwar auch ein Plus. Dieser fällt mit plus 4 Prozent auf 2.923 Punkte aber deutlich geringer aus.

Branchen: Industrie, Chemie- und Pharma sowie Versorger bevorzugt

Bei den Branchen empfehlen die Experten vor allem Industrie-Aktien. Diese seien „ein Muss, solange die Schwellenländer auf Wachstumskurs sind“, sagte ein Vermögensverwalter. Über 65 Prozent seiner Kollegen folgen dieser Meinung. Noch lieber mögen die Umfrageteilnehmer Titel aus der Chemie- und Pharma-Branche (70,3 Prozent) sowie Versorger (66,7 Prozent).

Renten: Deutsche Staatsanleihen pfui, Unternehmensanleihen und Staatsanleihen aus den Schwellenländern hui

Von den deutschen Staatsanleihen hingegen raten die meisten befragten Vermögensverwalter (fast 75 Prozent) ab. Sie schätzen das Chance-Risiko-Verhältnis als „eindeutig negativ“ ein und weisen auch auf das Risiko einer Zinsänderung hin. Daher prognostizieren fast 80 Prozent der Umfrageteilnehmer sinkende Kurse im kommenden Jahr.

Stattdessen setzen 77,8 Prozent der Finanzexperten auf ausgewählte Unternehmensanleihen, die weiterhin einen Renditevorteil gegenüber Staatsanleihen bieten würden. Fast 52 Prozent empfehlen zudem Staatsanleihen aus Schwellenländern, da die Bonitätsrisiken tendenziell abnehmen würden.