Ottmar Wolf (Gastautor)Lesedauer: 3 Minuten

Vermögensverwalter erklärt Discount-Zertifikat oder Prämienstrategie: Das sind die besten Investments

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In fast allen Marktphasen besser

Erklären lassen sich die Ergebnisse mit der Konstruktion der Papiere. So setzen sich Discount-Zertifikate vereinfacht gesagt aus einem Basiswert und einer verkauften Call-Option zusammen. Ihre Besitzer sind damit indirekt dazu verpflichtet, dem Käufer der Kaufoption das Underlying zu liefern, wenn dieser das am Laufzeitende verlangt.

Bei steigenden Kursen ist der Zugewinne damit durch den Basispreis (Strike) des Calls – den sogenannten Cap des Discounters – begrenzt. Für den Verzicht auf theoretisch unbegrenzte Gewinnchancen erhält der Anleger als Ausgleich eine Prämie, die sich darin widerspiegelt, dass die derivativen Wertpapiere in Abhängigkeit von den konkreten Ausstattungsmerkmalen mit einem mehr oder weniger großen Preisabschlag auf den Basiswert gehandelt werden, der sich bis zum Laufzeitende sukzessive abbaut.

Bei leicht steigenden, stagnierenden und fallenden Kursen des Underlyings sind Discount-Zertifikate dem Basiswert unter Renditeaspekten deshalb überlegen. Lediglich bei deutlich steigenden Preisen stellen sich ihre Käufer trotz Zugewinnen schlechter als die Besitzer des Basiswertes, da sie – wie beschrieben – von Kurszuwächsen oberhalb des Caps abgeschnitten sind.

Ähnliches kann man auch in entsprechenden Anlagestrategien umsetzen. Während Anleger bei Discount-Zertifikaten im übertragenen Sinn allerdings einen gedeckten Short-Call (Verkauf einer Kaufoption) eingehen, könnte man auch gedeckte Verkaufsoptionen (Short-Puts) verkaufen und vereinnahmt dafür entsprechende Optionsprämien. Das Anlagevermögen wird statt in die zugrundeliegenden Basiswerte (Aktien und Aktienindizes), wie es bei Discount-Zertifikaten der Fall ist, überwiegend in Unternehmensanleihen investiert.

"Abstaumerlimit mit Prämie"

Sieht man von der Rendite, die das Bondsportfolio erwirtschaftet einmal ab, ist der Erfolg dieser Strategie in ähnlicher Weise an die Kursentwicklung der Basiswerte gekoppelt, wie bei den beliebten Derivaten. Zu positiven Renditeergebnissen kommt es bei steigenden, stagnierenden und leicht fallenden Preisen des Underlyings. Verluste entstehen nur bei stärkeren Rückgängen, da die zugrunde liegende Aktien und Aktienindices beim Eingehen einer Position meist deutlich über dem jeweiligen Strike notieren, und die vereinnahmten Prämien zusätzlich abfedernd wirken.

Fällt der Kurs des Underlyings unter den Basispreis wird die Position entweder glattgestellt oder die betroffene Aktie wird in Erwartung eines Rebounds (kurzfristig) ins Depot genommen. Da bei der Auswahl der Basiswerte die Qualität eine wichtige Rolle spielt, ist dies durchaus zu verschmerzen. So entspricht diese Vorgehensweise letztendlich dem Setzen von Abstauberlimits, nur dass dafür noch Prämien kassiert werden.

Gleiches gilt – und hier schließt sich der Kreis – für Discount-Zertifikate. Auch hier sollten deshalb nur Titel gewählt werden, bei denen der Anleger im schlechtesten Fall, also bei einem Bewertungskurs unterhalb des Basispreises, gut damit leben kann, dass ihm die jeweilige Aktie ins Depot gebucht wird.

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